Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Von KOSEL zu MME und zurück: Ein mehrschichtiger Ansatz zur medizindidaktischen Qualifikation an der Medizinischen Fakultät der LMU München
Text
Problembeschreibung/Zielsetzung: Das didaktische Qualifikationangebot an einer medizinischen Fakultät sollte die Entwicklung von Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen fördern [1], [2]. Dieser Beitrag stellt ein über 30 Jahre entwickeltes mehrschichtiges Modell formaler medizindidaktischer Qualifikationsstufen an der Medizinischen Fakultät der LMU München mit seinen Stärken und Schwächen vor und leitet daraus zukünftige Entwicklungsperspektiven ab.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: 1997 begannen die medizindidaktischen Kursangebote an der LMU Medizin zur Vermittlung Problem-orientierten Lernens im Rahmen der Munich Harvard Medcial Education Alliance. Seitdem hat sich ein differenziertes formales didaktisches Qualifikationsprogramm entwickelt. Das Spektrum reicht von lokalen Einführungskursen für Berufsanfänger, national definierten Zertifikaten für fortgeschrittene Lehrkräfte bis hin zu einem zweijährigen Master of Medical Education [3] unter Beteiligung der LMU Medizin. Diese formalisierten Rahmenbedingungen werden auf der Grundlage quantitativer und qualitativer Bewertungsdaten der Medizinischen Fakultät der LMU München, des Kompetenznetzwerks Medizinlehre Bayern sowie aus der Perspektive des Medizindidaktiknetzwerks (MDN) und des nationalen MME-Programms des Medizinischen Fakultätentages (MFT) kritisch reflektiert und diskutiert.
Ergebnisse: Seit 1997 wurden über 2000 Lehrende im Rahmen des für alle Habilitanden verpflichtenden Intensivseminars Lehre (InSeL) mit 60 Arbeitseinheiten qualifiziert und seit 2004 haben 30 Lehrende den MME absolviert. Die Umsetzung von konkreten Lehrinnovationen im Rahmen von Transferaufgaben mit individueller Beratung, individuell betreute MME Projekt- und Masterarbeiten sowie Lehrreflektionen hatten den größten Einfluss auf tatsächliche Verbesserungen des Lehrens und Lernens der Teilnehmenden. Darüber hinaus waren insbesondere Peer-Feedback Erfahrungen und die interdisziplinäre Vernetzung in der Lehre von nachhaltiger Bedeutung. Außerdem hat sich die systematische Einbeziehung von Studierenden bei den InseL-Kursen bewährt. Die Einführung des didaktischen Basiseinheit für alle Berufsanfänger erwies sich aufgrund klinischer Beanspruchungen bislang nicht verbindlich umsetzen.
Diskussion und Take-Home-Messages: Das nachhaltige und differenzierte formalisierte Angebot didaktischer Qualifikationsangebote an der LMU Medizin hat sich nach Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer positiv auf die eigenen Lehrangebote und die kritische Reflektion und die interdisziplinäre Vernetzung ausgewirkt. Die Entwicklung differenzierter Karrierewege in der Lehre i.S. von Clinician oder Medical Science Educator Tracks angelehnt an das an der LMU Medizin etablierte Clinican Scientist Programm wird diskutiert. Darüber hinaus sind die weitere Förderung von Bildungsforschungsprojekten und verstärktes individuelles lehrbezogenes Mentoring (vgl. [1]) bereits in frühen Karrierephasen zur Weiterentwicklung geplant.
Literatur
[1] Steinert Y, Mann K, Anderson B, Barnett BM, Centeno A, Naismith L, Prideaux D, Spencer J, Tullo E, Viggiano T, Ward H, Dolmans D. A systematic review of faculty development initiatives designed to enhance teaching effectiveness: A 10-year update: BEME Guide No. 40. Med Teach. 2016;38(8):769-786. DOI: 10.1080/0142159X.2016.1181851[2] Steinert Y, O’Sullivan PS, Irby DM. The Role of Faculty Development in Advancing Change at the Organizational Level. Acad Med. 2024;99(7):716-723. DOI: 10.1097/ACM.0000000000005732
[3] Jünger J, Pante SV, Ackel-Eisnach K, Wagener S, Fischer MR. Do it together! Conception and long-term results of the trans-institutional Master of Medical Education (MME) program in Germany. GMS J Med Educ. 2020;37(3):Doc33. DOI: 10.3205/zma001326



