Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Digitale Kompetenz in ambulanter Versorgung: Nachhaltige und praxisbezogene Vermittlung
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Zielsetzung: Um den steigenden Digitalisierungsanforderungen des Gesundheitswesens im ambulanten Bereich zu begegnen [1], benötigt es auf Seiten der Praxismitarbeitenden neue und spezifische digitale Kompetenzen. Diese erforderlichen digitalen Kompetenzen umfassen nicht nur den informierten Umgang mit digitalen Systemen, sondern setzt sich aus einer Vielzahl an technischen, methodischen, sozialen und persönlichen Subkompetenzen zusammen [2]. Um diese Kompetenzen zu fördern, wurde im Jahr 2023 die Fortbildung „Digi-Manager*in“ für Praxismitarbeitende erstmalig durchgeführt. In dieser Fortbildung wurden die Teilnehmenden zu Ansprechpartner*innen für digitale Belange ausgebildet, die in der Lage sind Digitalisierungsprojekte für ihre Arztpraxis zu entwickeln selbstständig auf den Weg zu bringen.
Um zu untersuchen, wie die Fortbildung von den Teilnehmenden bewertet wird und ob sie eine nachhaltige Veränderung im Kompetenzgefühl der Teilnehmenden und in den Praxisabläufen erreichen kann, wurde diese zweistufig evaluiert.
Evaluationsmethoden: Die Evaluation des Pilotdurchgangs richtet sich nach dem Evaluationsmodell für Trainings, Seminare oder Fortbildungen von Kirkpatrick, in dem vier Level als Effektebenen etabliert werden: Reaktion, Lernerfolg, Verhalten und Ergebnisse [3]. Die Evaluation von Reaktion und Lernerfolg erfolgte parallel zur Fortbildung in Form einer Bewertung der Lernaspekte und einer Selbsteinschätzung der Kompetenz mit einer Prä-/Post-Erhebung. Um nachhaltige Informationen über den Fortbildungserfolg zu erhalten und die Aspekte Verhalten und Ergebnisse zu evaluieren, wurden die Teilnehmer*innen nach 1,5 Jahren befragt, ob die in der Fortbildung erworbenen Kompetenzen tatsächlich angewendet werden und ob organisationale Ziele der Digitalisierung erreicht werden konnten.
Ergebnisse: In allen erhobenen Aspekten wurde der Kurs von den Teilnehmer*innen als sehr positiv bewertet. Die Evaluation zeigte eine signifikante, positive Veränderung der selbsteingeschätzten Kompetenz in allen Bereichen (Wissen, Fähigkeiten, Selbstbewusstsein) und eine gleichbleibend hohe positive Einstellung gegenüber Digitalisierung im Gesundheitswesen. Um die eigens entwickelten Digitalisierungsstrategien für die jeweiligen Praxen umzusetzen, hatten die ehemaligen Teilnehmenden einen ausreichenden Zeitrahmen.
Diskussion: Insgesamt gaben die Teilnehmer*innen eine hohe Zufriedenheit der mit dem Kurs an. Insbesondere die Mischung aus theoretischer Wissensvermittlung und starkem Praxisbezug auf den Arbeitsalltag wurde sehr positiv wahrgenommen. Die Ergebnisse bestätigten die Wirksamkeit der Fortbildungsmaßnahmen zur Kompetenzentwicklung und unterstützen die starke Ausrichtung auf die praktische Umsetzung.
Take-Home-Messages: Angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen im Gesundheitswesen sind solche und ähnliche Fortbildungsangebote für Praxispersonal unerlässlich, um eine zeitgemäße und digital unterstützte Patient*innenversorgung zu ermöglichen.
Literatur
[1] Arnold U, Geibel RC. Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen. In: Geibel RC, Arnold U, Wältermann G, editors. Digitale Gesundheit in Deutschland. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden; 2025. p.5-16. DOI: 10.1007/978-3-658-47498-0_2[2] Mainz A, Nitsche J, Weirauch V, Meister S. Measuring the Digital Competence of Health Professionals: Scoping Review. JMIR Med Educ. 2024;10:e55737. DOI: 10.2196/55737
[3] Kirkpatrick DL, Kirkpatrick JD. Evaluating training programs: The four levels. 3rd ed. San Francisco: Berrett-Koehler; 2006.



