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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Validierung einer Kurzform der Deutschen Version der Classroom Community Scale (CCS-D-SF)

Harald Knof - Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik, Tübingen, Deutschland
Victoria Huber - Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik, Tübingen, Deutschland
Thomas Shiozawa - Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik, Tübingen, Deutschland

Text

Hintergrund: Eine entscheidende Grundlage für kollaboratives Lernen ist die Integration von Lernenden in eine Gemeinschaft. Geteilte sozio-emotionale Zugehörigkeit und Lernziele fördern dabei sowohl individuelle Lernprozesse als auch die Entwicklung einer gemeinsamen Lernkultur. Die Classroom Community Scale (CCS) erfasst das Gemeinschaftsgefühl von Studierenden anhand zweier Dimensionen: Verbundenheit und Lernen. Im deutschsprachigen Raum wurde die CCS bereits in ihrer vollständigen Version (CCS-D) mit 20 Items validiert [1]. Da kürzere Instrumente nachweislich mit höheren Rücklaufquoten und geringerer Belastung der Befragten einhergehen, erscheint die Entwicklung einer Kurzform sinnvoll [2]. Während eine englische Kurzform existiert [3], fehlt bislang eine validierte deutsche Version. Ziel dieser Studie war die Entwicklung und Validierung einer Kurzform der CCS-D (CCS-D-SF).

Methoden: Die CCS-D wurde mittels Hauptkomponentenanalyse (PCA) und iterativer Reliabilitätsanalysen systematisch auf zehn Items (jeweils fünf pro Dimension) reduziert. Dazu wurden N=171 Medizinstudierende im ersten Semester an der Universität Tübingen befragt. Die interne Konsistenz wurde mit Cronbachs Alpha bestimmt. Zur Überprüfung der Konstruktvalidität wurden eine konfirmatorische Faktorenanalyse (CFA) sowie eine PCA durchgeführt.

Ergebnisse: Die CFA ergab eine akzeptable Modellanpassung (χ²/df=2.16; RMSEA=.083; SRMR=.059; CFI=.93; TLI=.91). Die CCS-D-SF wies in der PCA eine Zwei-Faktoren-Struktur auf, entsprechend der Dimensionen Verbundenheit und Lernen. Die Gesamtskala wies eine gute interne Konsistenz auf (Cronbachs α=.81); für Verbundenheit ergab sich α=.86; für Lernen α=.65.

Diskussion: Die CCS-D-SF ist ein reliables, valides und praktikables Instrument für den deutschsprachigen Raum zur Erfassung des Gemeinschaftsgefühls bei Medizinstudierenden im ersten Semester. Trotz leichter Einschränkungen in einzelnen Fit-Indizes und der Reliabilität der Dimension Lernen zeigen die Ergebnisse insgesamt zufriedenstellende psychometrische Eigenschaften.


Literatur

[1] Knof H, Shiozawa T. Validation of the German form of Classroom-Community-Scale (CCS-D). GMS J Med Educ. 2025;42(1):Doc13. DOI: 10.3205/zma001737
[2] Sahlqvist S, Song Y, Bull F, Adams E, Preston J, Ogilvie D; iConnect consortium. Effect of questionnaire length, personalisation and reminder type on response rate to a complex postal survey: randomised controlled trial. BMC Med Res Methodol. 2011;11:62. DOI: 10.1186/1471-2288-11-62
[3] Cho J, Demmans Epp C. Improving the Classroom Community Scale: Toward a Short-Form of the CCS. American Educational Research Association (AERA) Annual Meeting. Toronto; 2019. p.1-11. DOI: 10.3102/1432534