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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Outcomes nach Revisions-Rotatorenmanschettenrekonstruktion mit PRP Augmentation: Eine Kohortenstudie mit durchschnittlichem 5-Jahres Follow-up

Marco-Christopher Rupp - Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz; TUM Klinikum rechts der Isar, Sektion Sportorthopädie, München, Deutschland
Peter Chang - The Steadman Clinic, Vail, USA
Annabel Geissbuhler - Steadman Philippon Research Institute, Vail, USA
Marilee Horan - Steadman Philippon Research Institute, Vail, USA
Grant Dornan - Steadman Philippon Research Institute, Vail, USA
Maximilian Hinz - Steadman Philippon Research Institute, Vail, USA
Lorenz Fritsch - TUM Klinikum rechts der Isar, Sektion Sportorthopädie, München, Deutschland; Steadman Philippon Research Institute, Vail, USA
Peter J. Millett - The Steadman Clinic, Vail, USA

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die arthroskopische Revisionsrekonstruktion der Rotatorenmanschette (RevRM-Reko) ist mit hohen Versagensraten assoziiert. Die Evidenz zur biologischen Augmentation mittels plättchenreichem Plasma (PRP) im Revisionssetting ist bislang unzureichend. Insbesondere fehlen Daten zur Ätiologie von Rerupturen nach Primäroperation, wobei atraumatische und traumatische Rerupturen unterschiedliche biologische Heilungsprofile aufweisen. Ziel dieser Studie war es, 1) die klinischen Ergebnisse nach RevRM-Reko zu evaluieren, 2) zu untersuchen, ob die Outcomes durch eine biologische Augmentation mit PRP verbessert werden können, und 3) zu analysieren, ob sich die Wirksamkeit in Abhängigkeit von der Reruptur-Ätiologie unterscheidet. Es wurde hypothetisiert, dass RevRM-Reko die Outcomes verbessert und PRP die Versagensraten senkt, insbesondere bei atraumatischen Rerupturen.

Material und Methoden: In diese Level-III-Kohortenstudie wurden Patienten eingeschlossen, die zwischen 11/2005 und 06/2020 aufgrund einer Reruptur der Supraspinatussehne einer RevRM-Reko unterzogen wurden. Die Ätiologie der Reruptur sowie der Einsatz von PRP während der Revisionsoperation wurden anhand der Krankenakten erhoben. Die PROs wurden prospektiv präoperativ sowie mindestens 2 Jahre postoperativ erfasst. Subgruppenanalysen untersuchten den Einfluss der Reruptur-Ätiologie und der PRP-Augmentation auf die Ergebnisse.

Ergebnisse: Für 67 Schultern lagen ≥2-Jahres-Follow-up-Daten vor (58,9±32,3 Monate). Die PROs verbesserten sich postoperativ signifikant (ASES: 53,8±17,7 auf 85,7±16,6; Quick-DASH: 41,3±16,9 auf 15,0±16,3; SANE: 49,9±23,6 auf 76,5±24,7; SF-12 PCS: 41,3±7,8 auf 49,8±8,8; jeweils p < 0,001). 83,0% der Patienten erreichten die minimale klinisch relevante Differenz (MCID) im ASES-Score, und 57,8% erreichten den Patient Acceptable Symptom State (PASS). Die mediane Patientenzufriedenheit lag bei 8,0. Eine erneute Revisionsoperation war bei 5 Patienten (7,5%) nach durchschnittlich 19,8±17,1 Monaten erforderlich. PRP-Augmentation war mit niedrigeren Rerupturraten assoziiert (3,4% vs. 10,5%) sowie mit höheren Raten des Erreichens von MCID (88,9% vs. 76,9%; p>0,05) und PASS (60,7% vs. 55,6%; p>0,05). Atraumatische Rerupturen zeigten schlechtere PROs im Vergleich zu traumatischen Rerupturen (ASES: 80,8±18,5 vs. 90,2±13,4; p=0,039; VAS-Schmerz: 1,9±2,4 vs. 0,8±1,5; p=0,026). In der Subgruppe der atraumatischen Rerupturen war die PRP-Augmentation mit niedrigeren Rerupturraten (0% vs. 10,5%) sowie einem besseren Erreichen von MCID (85,7% vs. 72,7%) und PASS (60,0% vs. 35,3%) assoziiert.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die RevRM-Reko bei vollschichtigen Rerupturen verbessert klinische Ergebnisse und Lebensqualität signifikant. PRP beeinflusste PROs nicht signifikant, war jedoch mit niedrigeren Versagensraten sowie häufigerem Erreichen von MCID und PASS assoziiert. Atraumatische Rerupturen zeigten schlechtere Outcomes als traumatische Rerupturen; PRP zeigte dabei insbesondere bei atraumatischen Rerupturen einen relevanten Nutzen.