German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Klinische Ergebnisse des arthroskopischen Bankart-Repair im Vergleich zum Bankart mit additiver Remplissage
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Der arthroskopische Bankart-Repair ist ein Verfahren zur Behandlung der traumatischen anteroinferioren Schulterinstabilität. Dennoch werden selbst bei on-track Hill-Sachs-Läsionen (HSL) langfristige Reluxationsraten von 22–31% berichtet. Daher wurde die additive Remplissage als Strategie zur Reduktion der Rezidivrate vorgeschlagen. Ziel dieser Studie war es, die klinischen Ergebnisse zwischen einem Bankart-Repair mit und ohne additiver Remplissage zu vergleichen.
Material und Methoden: Insgesamt wurden 80 Patienten mit traumatischer anteroinferiorer Schulterinstabilität, on-track HSL und einem Glenoiddefekt <15 %, die zwischen 2020 und 2024 operiert wurden, eingeschlossen. Das klinische Outcome wurde mittels Rezidivinstabilität, Constant-Murley Score (CS), Western Ontario Shoulder Instability Index (WOSI), Rowe-Score, subjektivem Schulterwert (SSV), visueller Analogskala (VAS) erfasst und dem Return-to-Sport-Level erhoben.
Ergebnisse: Die mittlere Nachuntersuchungszeit betrug 3,6 ± 1 Jahre für die Bankart-Gruppe und 2,1 ± 0,2 Jahre für die Remplissage-Gruppe (p=0,001). In der Bankart-Gruppe wurden bis jetzt 27 Patienten untersucht, davon 11 (40,7%) erstluxiert; in der Remplissage-Gruppe 20 Patienten, davon 6 (30%) erstluxiert. Eine Rezidivinstabilität trat bei 22,2% (6/27) nach Bankart-Repair auf, jedoch bei keinem Patienten nach Remplissage (p=0,02). Aufgrund der signifikant schlechteren klinischen Ergebnisse bei Patienten mit Rezidivinstabilität (WOSI: p = 0,023; Rowe-Score: p = 0,002; SSV: p = 0,02) wurden diese im Vergleich zwischen der Bankart- und der Remplissage-Gruppe nicht berücksichtigt; eine Revisionsoperation erfolgte in keinem dieser Fälle. Zwischen beiden Gruppen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den klinischen Scores (CS: 90 +/-9 vs. 86,7 +/-9, p=0,3; WOSI: 81% +/- 15 vs. 76 +/- 14, p=0,1; Rowe-Score: 85,2 +/- 10 vs. 85,7 +/- 10, p=0,33; SSV: 86,8 +/- 11 vs. 87,6 +/- 11, p=0,71; VAS: 0,3 +/- 1 vs. 0,45 +/- 1, p=0,4), sowie in Return-to-Sport (2,2 +/-1 vs. 2,4 +/-1, p=0,2). Außenrotation in 0° Abduktion und in 90° Abduktion der operierten Seite zeigte sich vergleichbar mit der kontralateralen gesunden Seite in beiden Gruppen (Bankart-Gruppe: 63° ± 14 vs. 64° ±16, p= 0,43 und 88° ± 13 vs. 89° ± 18, p=0,99; Remplissage-Gruppe 69° ± 18 vs. 74° ± 18, p=0,38 und 94° ± 11 vs. 101° ± 13, p=0,09). In der Subgruppenanalyse der Erstluxierer zeigte sich erstmals kein signifikanter Unterschied in der Rezidivinstabilität (2/11 vs. 0/6, p=0,26) oder den klinischen Outcomes sowie in Return-to-Sport und Außenrotation.
Diskussion und Schlussfolgerung: Bei traumatischer anteroinferiorer Schulterinstabilität mit on-track Läsionen und subkritischem Glenoiddefekt kann die Reluxationsrate durch eine additive Remplissage signifikant reduziert werden, ohne die Außenrotation einzuschränken. Klinische Scores und die Return-to-Sport-Rate zeigten hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen, wenn keine Rezidivinstabilität vorliegt.



