Logo

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Klinische Ergebnisse des arthroskopischen Bankart-Repair im Vergleich zum Bankart mit additiver Remplissage

Alp Paksoy - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland
Judith Hübner - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland
Soraya Bahlawane - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland
Elian Oudintsov - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland
Jan-Philipp Imiolczyk - Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz
Rony-Orijit Dey Hazra - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland
David Back - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland
Doruk Akgün - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Der arthroskopische Bankart-Repair ist ein Verfahren zur Behandlung der traumatischen anteroinferioren Schulterinstabilität. Dennoch werden selbst bei on-track Hill-Sachs-Läsionen (HSL) langfristige Reluxationsraten von 22–31% berichtet. Daher wurde die additive Remplissage als Strategie zur Reduktion der Rezidivrate vorgeschlagen. Ziel dieser Studie war es, die klinischen Ergebnisse zwischen einem Bankart-Repair mit und ohne additiver Remplissage zu vergleichen.

Material und Methoden: Insgesamt wurden 80 Patienten mit traumatischer anteroinferiorer Schulterinstabilität, on-track HSL und einem Glenoiddefekt <15 %, die zwischen 2020 und 2024 operiert wurden, eingeschlossen. Das klinische Outcome wurde mittels Rezidivinstabilität, Constant-Murley Score (CS), Western Ontario Shoulder Instability Index (WOSI), Rowe-Score, subjektivem Schulterwert (SSV), visueller Analogskala (VAS) erfasst und dem Return-to-Sport-Level erhoben.

Ergebnisse: Die mittlere Nachuntersuchungszeit betrug 3,6 ± 1 Jahre für die Bankart-Gruppe und 2,1 ± 0,2 Jahre für die Remplissage-Gruppe (p=0,001). In der Bankart-Gruppe wurden bis jetzt 27 Patienten untersucht, davon 11 (40,7%) erstluxiert; in der Remplissage-Gruppe 20 Patienten, davon 6 (30%) erstluxiert. Eine Rezidivinstabilität trat bei 22,2% (6/27) nach Bankart-Repair auf, jedoch bei keinem Patienten nach Remplissage (p=0,02). Aufgrund der signifikant schlechteren klinischen Ergebnisse bei Patienten mit Rezidivinstabilität (WOSI: p = 0,023; Rowe-Score: p = 0,002; SSV: p = 0,02) wurden diese im Vergleich zwischen der Bankart- und der Remplissage-Gruppe nicht berücksichtigt; eine Revisionsoperation erfolgte in keinem dieser Fälle. Zwischen beiden Gruppen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den klinischen Scores (CS: 90 +/-9 vs. 86,7 +/-9, p=0,3; WOSI: 81% +/- 15 vs. 76 +/- 14, p=0,1; Rowe-Score: 85,2 +/- 10 vs. 85,7 +/- 10, p=0,33; SSV: 86,8 +/- 11 vs. 87,6 +/- 11, p=0,71; VAS: 0,3 +/- 1 vs. 0,45 +/- 1, p=0,4), sowie in Return-to-Sport (2,2 +/-1 vs. 2,4 +/-1, p=0,2). Außenrotation in 0° Abduktion und in 90° Abduktion der operierten Seite zeigte sich vergleichbar mit der kontralateralen gesunden Seite in beiden Gruppen (Bankart-Gruppe: 63° ± 14 vs. 64° ±16, p= 0,43 und 88° ± 13 vs. 89° ± 18, p=0,99; Remplissage-Gruppe 69° ± 18 vs. 74° ± 18, p=0,38 und 94° ± 11 vs. 101° ± 13, p=0,09). In der Subgruppenanalyse der Erstluxierer zeigte sich erstmals kein signifikanter Unterschied in der Rezidivinstabilität (2/11 vs. 0/6, p=0,26) oder den klinischen Outcomes sowie in Return-to-Sport und Außenrotation.

Diskussion und Schlussfolgerung: Bei traumatischer anteroinferiorer Schulterinstabilität mit on-track Läsionen und subkritischem Glenoiddefekt kann die Reluxationsrate durch eine additive Remplissage signifikant reduziert werden, ohne die Außenrotation einzuschränken. Klinische Scores und die Return-to-Sport-Rate zeigten hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen, wenn keine Rezidivinstabilität vorliegt.