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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Radiologische und klinische Ergebnisse der allogenen J-Span-Plastik bei Patienten mit anteroinferiorer Schulterinstabilität

Alp Paksoy - Charité Universitätsmedizin, Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Deutschland
Doruk Akgün - Charité Universitätsmedizin, Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Deutschland
Samuel Sesay - Charité Universitätsmedizin, Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Deutschland
David Back - Charité Universitätsmedizin, Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Deutschland
Rony Orijit Dey Hazra - Charité Universitätsmedizin, Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Deutschland
Soraya Bahlawane - Charité Universitätsmedizin, Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Deutschland
Philipp Moroder - Schulter und Ellbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die J-Span-Plastik nach Resch stellt ein etabliertes Verfahren zur Behandlung der anterioren Schulterinstabilität dar und zeigt in bisherigen Studien vergleichbare Rezidivraten und funktionelle Ergebnisse im Vergleich zum Latarjet-Verfahren. Die Entnahme autologen Beckenkammknochens ist jedoch mit einer Donorstellenmorbidität verbunden und viele Patienten lehnen einen operativen Eingriff an einer zweiten Körperregion ab. Aus diesem Grund wurde die allogene J-Span-Plastik als schonendere Alternative entwickelt. Ziel dieser Studie war es, die klinischen und radiologischen Ergebnisse der allogenen J-Span-Plastik zu untersuchen.

Material und Methoden: In die Studie wurden 16 Patienten mit chronischer anteroinferiorer Instabilität und einem Glenoiddefekt über 10% eingeschlossen, die zwischen März und September 2024 mit einer allogenen J-Span-Plastik operiert wurden. Verwendet wurde ein gefriergetrockneter bikortikaler Knochenblock eines Körperspenders aus der Crista iliaca. Klinische Nachuntersuchungen erfolgten präoperativ sowie 6 und 12 Monate postoperativ mittels CS, Rowe-Score, WOSI, SSV und VAS. Die radiologische Kontrolle der Glenoiddefektfläche wurde mittels Computertomographie nach der PICO-Methode präoperativ, unmittelbar postoperativ sowie nach 12 Monaten durchgeführt. Ein Mindest-Follow-up von zwei Jahren ist für die gesamte Kohorte vorgesehen; die entsprechenden Nachuntersuchungen werden aktuell durchgeführt.

Ergebnisse: Zum Zeitpunkt des Eingriffs waren die 16 behandelten Patienten (2 weiblich, 14 männlich) 32,8 ± 6,5 Jahre alt. Eine Rezidivinstabilität trat in zwei (12,5%) Patienten auf. Zwei weitere Patienten haben eine Nachuntersuchung abgelehnt, sodass bei den verbleibenden 12 Patienten sich folgende Ergebnisse ergaben: Im Vergleich zwischen der präoperativen Untersuchung und dem 12-Monats-Follow-up zeigten sich signifikant höhere Werte im CS (76,8 ± 14,4 vs. 96,8 ± 3,6; p < 0,001), Rowe Score (60,9 ± 13,6 vs. 96,3 ± 5,4; p < 0,001), WOSI (58,6% ± 22,5% vs. 90,2% ± 7,7%; p < 0,001) und SSV (64,6 ± 21,5 vs. 89,6 ± 9,6; p < 0,001). Der VAS verringerte sich signifikant (2,2 ± 3,0 vs. 0,0 ± 0,0; p = 0,029). Die CT-Messung des Glenoiddefekts zeigte eine signifikante Reduktion des prozentualen Defekts von präoperativ zu direkt postoperativ (14,7% ± 9,4% vs. 2,0% ± 1,1%; p < 0,001). Von der direkt postoperativen Aufnahme zu der Aufnahme nach 12 Monaten kam es zu einer signifikanten Zunahme der Defektfläche (2,0% ± 1,1% vs. 13,8% ± 6,5%; p < 0,001). Der Vergleich der präoperativen Aufnahme mit der Aufnahme nach 12 Monaten zeigte keine signifikante Änderung der Defektfläche (14,7% ± 9,4% vs. 13,8% ± 6,5%; p = 0,765).

Diskussion und Schlussfolgerung: Obwohl die klinischen Ergebnisse nach 12 Monaten sich bei der Mehrheit der Patienten eine Verbesserung der klinischen Scores zeigten, resorbierte sich die allogene J-Span-Plastik in der Mehrzahl der Fälle nahezu vollständig und erreichte somit keine langfristige Rekonstruktion der Glenoidfläche mit einer hohen Rezidivrate im kurzzeitigen Verlauf.