German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Mittel- bis langfristige Ergebnisse nach arthroskopischem Bankart-Repair bei Patienten mit konstitutionell-statischer posteriorer Schulterinstabilität
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Zur gelenkerhaltenden Therapie der präarthrotischen konstitutionell-statischen posterioren Schulterinstabilität (PSI Typ C1, ABC-Klassifikation) wurden verschiedene weichteilige und knöcherne Verfahren als Salvage-Strategien beschrieben. Ziel dieser Studie war es, die mittel- bis langfristigen klinischen und radiologischen Ergebnisse einer Weichteilstabilisierung bei einem Mindest-Follow-up von fünf Jahren zu evaluieren.
Material und Methoden: In dieser prospektiven longitudinalen Studie wurden 14 konsekutive Schultern bei 13 männlichen Patienten zwischen Februar 2018 und November 2019 aufgrund einer symptomatischen PSI Typ C1 arthroskopisch mittels „Posterior Articular Coverage and Shift“ (PACS) versorgt. Die klinische Evaluation erfolgte präoperativ sowie nach drei, sechs, zwölf und 24 Monaten und nach mindestens fünf Jahren. Die funktionellen Endpunkte umfassten VAS, SSV, WOSI, CS und Rowe-Score. Die radiologische Beurteilung beinhaltete prä- und postoperative MRT-Untersuchungen sowie MRT-Kontrollen nach zwei Jahren und beim finalen Follow-up. Erfasst wurden der scapulohumerale und glenohumerale Subluxationsindex (SHSI, GHSI), humeraler und glenoidaler Offset, Glenoidversion nach Friedman sowie degenerative Veränderungen nach Samilson–Prieto.
Ergebnisse: Die mittlere klinische Nachbeobachtungszeit betrug 5,9 ± 0,6 Jahre. Zwei der 13 Schultern mussten nach initialer Besserung aufgrund rezidivierender Beschwerden mittels posteriorer J-Span-Plastik revidiert werden. Bei den verbleibenden 11 Schultern zeigten sich signifikante Verbesserungen hinsichtlich Schmerz (VAS: 2,0 vs. 6,0; p = 0,005), SSV (73,6% vs. 45,9%; p = 0,012), WOSI (60,0% vs. 37,8%; p = 0,041) sowie Rowe-Score (70,6 vs. 50,6; p = 0,017). Der CS zeigte nach zwei Jahren keine signifikante Verbesserung (74,9 vs. 63,7; p = 0,091), war jedoch im finalen Follow-up signifikant höher (83,3 vs. 63,7; p = 0,017).Radiologische Messungen lagen nach fünf Jahren für 10 der 11 Schultern vor (davon 5/10 Walch Typ C). Postoperativ zeigten sich reduzierte SHSI- und GHSI-Werte (77,5% auf 70,9%, p = 0,011; 57,9% auf 50,7%, p = 0,041). Nach fünf Jahren war bei einer Schulter weiterhin eine gute Zentrierung nachweisbar, während die mittleren SHSI- und GHSI-Werte wieder präoperative Werte erreichten (SHSI 77,0%, p = 0,959; GHSI 55,2%, p = 0,878) (Abbildungen 1 [Abb. 1] und 2 [Abb. 2]). Eine leichte radiologische Progression degenerativer Veränderungen zeigte sich bei 60% der Schultern.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die arthroskopische posteriore Weichteilstabilisierung bei konstitutionell-statischer PSI führt bei den meisten Patienten zu einer signifikanten mittel- bis langfristigen Schmerzreduktion und funktionellen Verbesserung. Eine dauerhafte Gelenkzentrierung über fünf Jahre hinaus erscheint jedoch unwahrscheinlich. Das Verfahren kann daher als minimalinvasive symptomorientierte Behandlungsoption nach Versagen konservativer Therapie angesehen werden.





