Logo

German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ergebnisse der arthroskopischen Knochenblockaugmentation mit metallfreier Fadencerclage bei anteriorer Schulterinstabilität und Knochenverlust

Yacine Ameziane - OPPK Münster, Münster, Deutschland
Laetitia Anna Victoria Finkenstaedt - OPPK Münster, Münster, Deutschland
Malte Holschen - OPPK Münster, Münster, Deutschland
Kai-Axel Witt - OPPK Münster, Münster, Deutschland
Jörn Steinbeck - OPPK Münster, Münster, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die rezidivierende anteriore Schulterinstabilität mit kritischem glenoidalen Knochenverlust stellt insbesondere im jungen Patientenkollektiv eine klinisch relevante Pathologie dar. Die knöcherne glenoidale Augmentation mittels unterschiedlicher Fixierungstechniken ist Gegenstand aktueller klinischer Forschung. Schraubenbasierte Fixationsverfahren sind mit Komplikationen assoziiert, darunter Schraubenlockerungen sowie Knorpelschädigungen infolge eines Überstehens metallischer Implantatanteile. Vor diesem Hintergrund wurde in der vorliegenden Studie die arthroskopische knöcherne glenoidale Augmentation unter Verwendung einer metallfreien Fadencerclage evaluiert.

Material und Methoden: In der vorliegenden Fallserie wurden alle Patienten eingeschlossen, die im Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2024 an der einschließenden Institution aufgrund einer rezidivierenden anterioren Schulterinstabilität mittels arthroskopischer, metallfreier anteriorer Knochenblockaugmentation behandelt wurden. Alle Patienten wurden zur Nachuntersuchung kontaktiert. Diejenigen Patienten, die sich zur Nachuntersuchung vorstellten, wurden anhand subjektiver und objektiver klinischer Schulterscores untersucht, darunter der ASES-Score, der Constant-Score, der Western Ontario Shoulder Instability Index (WOSI), der Rowe-Score, der Melbourne Shoulder Instability Index (MSI) sowie der Subjective Shoulder Value (SSV). Ergänzend erfolgte eine radiologische Untersuchung der operierten Schulter. Zudem wurden postoperative Komplikationen im Sinne einer rezidivierenden Instabilität erfasst und ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 83 Patienten eingeschlossen. Das mittlere Alter betrug 31 Jahre bei einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 31,6 Monaten. Zum Follow-up betrug der mittlere postoperative Constant-Score 84 ± 11 Punkte, der ASES-Score 91,5 ± 12 Punkte. Der mittlere postoperative Schmerz lag bei 0,67 ± 1,36 auf der visuellen Analogskala. Der Subjective Shoulder Value betrug durchschnittlich 83 ± 13,9%. Die aktive postoperative Beweglichkeit zeigte Mittelwerte von 165° ± 12,7° in Flexion, 159,7° ± 21° in Abduktion, 59,5° ± 14,9° in Außenrotation und 66,5° ± 9,5° in Innenrotation. Der Western Ontario Shoulder Instability Index betrug 78,5 ± 17,9%, der Rowe-Score 83,2 Punkteund der Melbourne Shoulder Instability Index 81,5 ± 15,8%. Die radiologische Auswertung präoperativer, postoperativer sowie Follow-up-Röntgenaufnahmen zeigte einen mittleren glenoidalen Durchmesser von 32,0 ± 4,4 mm präoperativ, 46,1 ± 5,0 mm unmittelbar postoperativ sowie 38,9 ± 4,9 mm zum Zeitpunkt des letzten Follow-ups. Im Verlauf des gesamten Follow-ups zeigten vier Patienten (4,8%) eine traumatische Reluxation.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die arthroskopische anteriore Knochenblockaugmentation mittels metallfreier Fadencerclage zeigte im kurz- bis mittelfristigen Follow-up zufriedenstellende klinische und radiologische Ergebnisse bei rezidivierender anteriorer Schulterinstabilität mit glenoidalem Knochenverlust.