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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Stabiler, aber nicht besser? Einfluss der Sehnengraftaugmentation nach Doppelbuttonfixation bei akuten AC-Gelenksinstabilitäten

Frederik Bellmann - Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz
Asimina Lazaridou - Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz
Philipp Vetter - Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz
Larissa Eckl - Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz
Tim Schneller - Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz
Markus Scheibel - Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz; Schulter-und Ellenbogenchirurgie, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité- Universitätsmedizin, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Repositionsverlust und persistierende Instabilität zählen zu den häufigsten Komplikationen nach operativer Stabilisierung akromioklavikulärer (AC-)Gelenksdislokationen mittels Doppelbuttonfixation. Der Einfluss einer zusätzlichen Sehnenallograft-Augmentation auf das radiologische und klinische Outcome bei akuten AC-Gelenkverletzungen mit bidirektionaler Instabilität ist bislang unzureichend untersucht. Ziel dieser Studie war es, den Effekt einer Sehnengraft-Augmentation auf die radiologische Stabilität und das klinische Outcome bei akuter AC-Gelenksdislokation zu evaluieren.

Material und Methoden: In dieser retrospektiven Kohortenstudie wurden Patienten mit akuter AC-Gelenksdislokation und bidirektionaler Instabilität (Rockwood IIIb und V) eingeschlossen. Alle Patienten wurden mittels Doppelbuttonfixation und zusätzlicher akromioklavikulärer Cerclage versorgt. Zwischen 2018 und 2021 erfolgte die Behandlung konsekutiv ohne Sehnenallograft-Augmentation, zwischen 2022 und 2024 mit Augmentation. Anhand bilateraler Alexander- und Schulterpanoramaaufnahmen wurden die vertikale (Rockwood) und horizontale (Kraus) Stabilität präoperativ sowie im frühesten und spätesten postoperativen Follow-up beurteilt. Primäre radiologische Endpunkte waren die korakoklavikuläre Displacement Ratio (CCDR) im finalen Follow-up sowie der Repositionsverlust, definiert als Differenz der CCDR zwischen erstem postoperativem und finalem Röntgenbild. Sekundärer Endpunkt war das klinische Outcome (SSV, EQ-5D-5L) beim letzten Follow-up.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 120 Patienten (41,3 ± 12,0 Jahre) eingeschlossen, davon 111 (92,5%) Männer und 9 (7,5%) Frauen. Präoperativ wiesen 34 Patienten (28,3%) eine Rockwood-IIIb- und 86 (71,7%) eine Rockwood-V-Läsion auf. Das mittlere Follow-up betrug 18,0 ± 10,8 Monate (Range 5,1–83,9 Monate). Bei 51 Patienten (42,5%) wurde eine Sehnengraftaugmentation durchgeführt, bei 69 (57,5%) eine isolierte Doppelbuttonfixation. Unadjustiert zeigte sich kein signifikanter Unterschied der CCDR im finalen Follow-up zwischen der augmentierten und der nicht augmentierten Gruppe (31,4 ± 37,7% vs. 31,0 ± 34,9%; p = 0,95). Nach Adjustierung für den postoperativen Repositionsstatus und die Follow-up-Dauer war die Sehnenallograft-Augmentation jedoch mit einer signifikant niedrigeren finalen CCDR assoziiert (β = −12,10; 95%-KI −23,33 bis −0,88; p = 0,035). Zudem zeigte die augmentierte Gruppe postoperativ eine signifikant geringere Überreposition (−6,81 ± 36,16% vs. −24,32 ± 22,62%; p = 0,003) sowie einen signifikant reduzierten Repositionsverlust (38,2 ± 33,7% vs. 55,3 ± 30,8%; p = 0,005). Patient-reported outcome measures lagen für 36 Patienten vor und zeigten weder präoperativ noch im Follow-up signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (SSV und EQ-5D-5L jeweils p > 0,05).

Diskussion und Schlussfolgerung: Sehnenallograft-Augmentation zeigte einen geringeren Repositionsverlust und geringere finale CCDR unter Berücksichtigung des postoperativen Repositionsstatus. Im klinischen Outcome zeige sich kein signifikanter Unterschied.