Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Stabiler, aber nicht besser? Einfluss der Sehnengraftaugmentation nach Doppelbuttonfixation bei akuten AC-Gelenksinstabilitäten
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Zielsetzung und Fragestellung: Repositionsverlust und persistierende Instabilität zählen zu den häufigsten Komplikationen nach operativer Stabilisierung akromioklavikulärer (AC-)Gelenksdislokationen mittels Doppelbuttonfixation. Der Einfluss einer zusätzlichen Sehnenallograft-Augmentation auf das radiologische und klinische Outcome bei akuten AC-Gelenkverletzungen mit bidirektionaler Instabilität ist bislang unzureichend untersucht. Ziel dieser Studie war es, den Effekt einer Sehnengraft-Augmentation auf die radiologische Stabilität und das klinische Outcome bei akuter AC-Gelenksdislokation zu evaluieren.
Material und Methoden: In dieser retrospektiven Kohortenstudie wurden Patienten mit akuter AC-Gelenksdislokation und bidirektionaler Instabilität (Rockwood IIIb und V) eingeschlossen. Alle Patienten wurden mittels Doppelbuttonfixation und zusätzlicher akromioklavikulärer Cerclage versorgt. Zwischen 2018 und 2021 erfolgte die Behandlung konsekutiv ohne Sehnenallograft-Augmentation, zwischen 2022 und 2024 mit Augmentation. Anhand bilateraler Alexander- und Schulterpanoramaaufnahmen wurden die vertikale (Rockwood) und horizontale (Kraus) Stabilität präoperativ sowie im frühesten und spätesten postoperativen Follow-up beurteilt. Primäre radiologische Endpunkte waren die korakoklavikuläre Displacement Ratio (CCDR) im finalen Follow-up sowie der Repositionsverlust, definiert als Differenz der CCDR zwischen erstem postoperativem und finalem Röntgenbild. Sekundärer Endpunkt war das klinische Outcome (SSV, EQ-5D-5L) beim letzten Follow-up.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 120 Patienten (41,3 ± 12,0 Jahre) eingeschlossen, davon 111 (92,5%) Männer und 9 (7,5%) Frauen. Präoperativ wiesen 34 Patienten (28,3%) eine Rockwood-IIIb- und 86 (71,7%) eine Rockwood-V-Läsion auf. Das mittlere Follow-up betrug 18,0 ± 10,8 Monate (Range 5,1–83,9 Monate). Bei 51 Patienten (42,5%) wurde eine Sehnengraftaugmentation durchgeführt, bei 69 (57,5%) eine isolierte Doppelbuttonfixation. Unadjustiert zeigte sich kein signifikanter Unterschied der CCDR im finalen Follow-up zwischen der augmentierten und der nicht augmentierten Gruppe (31,4 ± 37,7% vs. 31,0 ± 34,9%; p = 0,95). Nach Adjustierung für den postoperativen Repositionsstatus und die Follow-up-Dauer war die Sehnenallograft-Augmentation jedoch mit einer signifikant niedrigeren finalen CCDR assoziiert (β = −12,10; 95%-KI −23,33 bis −0,88; p = 0,035). Zudem zeigte die augmentierte Gruppe postoperativ eine signifikant geringere Überreposition (−6,81 ± 36,16% vs. −24,32 ± 22,62%; p = 0,003) sowie einen signifikant reduzierten Repositionsverlust (38,2 ± 33,7% vs. 55,3 ± 30,8%; p = 0,005). Patient-reported outcome measures lagen für 36 Patienten vor und zeigten weder präoperativ noch im Follow-up signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (SSV und EQ-5D-5L jeweils p > 0,05).
Diskussion und Schlussfolgerung: Sehnenallograft-Augmentation zeigte einen geringeren Repositionsverlust und geringere finale CCDR unter Berücksichtigung des postoperativen Repositionsstatus. Im klinischen Outcome zeige sich kein signifikanter Unterschied.



