Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Radiologische und klinische Ergebnisse der allogenen J-Span-Plastik bei Patienten mit anteroinferiorer Schulterinstabilität
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Die J-Span-Plastik nach Resch stellt ein etabliertes Verfahren zur Behandlung der anterioren Schulterinstabilität dar und zeigt in bisherigen Studien vergleichbare Rezidivraten und funktionelle Ergebnisse im Vergleich zum Latarjet-Verfahren. Die Entnahme autologen Beckenkammknochens ist jedoch mit einer Donorstellenmorbidität verbunden und viele Patienten lehnen einen operativen Eingriff an einer zweiten Körperregion ab. Aus diesem Grund wurde die allogene J-Span-Plastik als schonendere Alternative entwickelt. Ziel dieser Studie war es, die klinischen und radiologischen Ergebnisse der allogenen J-Span-Plastik zu untersuchen.
Material und Methoden: In die Studie wurden 16 Patienten mit chronischer anteroinferiorer Instabilität und einem Glenoiddefekt über 10% eingeschlossen, die zwischen März und September 2024 mit einer allogenen J-Span-Plastik operiert wurden. Verwendet wurde ein gefriergetrockneter bikortikaler Knochenblock eines Körperspenders aus der Crista iliaca. Klinische Nachuntersuchungen erfolgten präoperativ sowie 6 und 12 Monate postoperativ mittels CS, Rowe-Score, WOSI, SSV und VAS. Die radiologische Kontrolle der Glenoiddefektfläche wurde mittels Computertomographie nach der PICO-Methode präoperativ, unmittelbar postoperativ sowie nach 12 Monaten durchgeführt. Ein Mindest-Follow-up von zwei Jahren ist für die gesamte Kohorte vorgesehen; die entsprechenden Nachuntersuchungen werden aktuell durchgeführt.
Ergebnisse: Zum Zeitpunkt des Eingriffs waren die 16 behandelten Patienten (2 weiblich, 14 männlich) 32,8 ± 6,5 Jahre alt. Eine Rezidivinstabilität trat in zwei (12,5%) Patienten auf. Zwei weitere Patienten haben eine Nachuntersuchung abgelehnt, sodass bei den verbleibenden 12 Patienten sich folgende Ergebnisse ergaben: Im Vergleich zwischen der präoperativen Untersuchung und dem 12-Monats-Follow-up zeigten sich signifikant höhere Werte im CS (76,8 ± 14,4 vs. 96,8 ± 3,6; p < 0,001), Rowe Score (60,9 ± 13,6 vs. 96,3 ± 5,4; p < 0,001), WOSI (58,6% ± 22,5% vs. 90,2% ± 7,7%; p < 0,001) und SSV (64,6 ± 21,5 vs. 89,6 ± 9,6; p < 0,001). Der VAS verringerte sich signifikant (2,2 ± 3,0 vs. 0,0 ± 0,0; p = 0,029). Die CT-Messung des Glenoiddefekts zeigte eine signifikante Reduktion des prozentualen Defekts von präoperativ zu direkt postoperativ (14,7% ± 9,4% vs. 2,0% ± 1,1%; p < 0,001). Von der direkt postoperativen Aufnahme zu der Aufnahme nach 12 Monaten kam es zu einer signifikanten Zunahme der Defektfläche (2,0% ± 1,1% vs. 13,8% ± 6,5%; p < 0,001). Der Vergleich der präoperativen Aufnahme mit der Aufnahme nach 12 Monaten zeigte keine signifikante Änderung der Defektfläche (14,7% ± 9,4% vs. 13,8% ± 6,5%; p = 0,765).
Diskussion und Schlussfolgerung: Obwohl die klinischen Ergebnisse nach 12 Monaten sich bei der Mehrheit der Patienten eine Verbesserung der klinischen Scores zeigten, resorbierte sich die allogene J-Span-Plastik in der Mehrzahl der Fälle nahezu vollständig und erreichte somit keine langfristige Rekonstruktion der Glenoidfläche mit einer hohen Rezidivrate im kurzzeitigen Verlauf.



