Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026
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Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und Schluckfunktion bei Oropharynxkarzinompatienten nach rekonstruktiver Chirurgie
Text
Einleitung: Schluckstörungen und psychische Belastung sind häufige Therapiefolgen eines Oropharynxkarzinoms (OPSCC). Daten zur Wechselwirkung zwischen Angst, Depression, Schluckfunktion und schluckbezogener Lebensqualität nach mikrovaskulärer Rekonstruktion (MVR) sind begrenzt. Ziel der Studie war es, Zusammenhänge zwischen psychischer Befindlichkeit und (subjektiver) Schluckfunktion/schluckbezogener Lebensqualität in diesem Patientenkollektiv zu analysieren.qualität in diesem Patientenkollektiv zu analysieren
Methoden: In der monozentrischen Studie wurden 25 Patienten mit OPSCC nach Durchführung einer MVR und Therapiebeendigung untersucht. Die psychische Belastung wurde mit der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) untersucht. Die subjektive Schluckfunktion wurde mittels Sidney Swallowing Questionnaire (SSQ), die schluckbezogene Lebensqualität mit dem MD Anderson Dysphagia Inventory (MDADI) und die subjektive Mundtrockenheit mit Xerostomia Inventory (XI) erfasst. Die objektive Schluckfunktion wurde mittels FEES analysiert. Die Analyse erfolgte explorativ mittels Spearman-Rangkorrelation.
Ergebnisse: Höhere Werte für Angst (HADS-A) und Depression (HADS-D) gingen mit einer schlechteren schluckbezogenen Lebensqualität und stärkeren subjektiven Schluckbeschwerden einher (MDADI: ρ = −0,523 und −0,598; p = 0,007 und 0,002; SSQ-G: ρ = 0,497 und 0,568; p = 0,011 und 0,003). In unserer Analyse zeigte sich zudem, dass eine ausgeprägte Xerostomie mit einer niedrigeren schluckbezogenen Lebensqualität (MDADI: ρ = –0,622; p < 0,001) sowie mit einer zunehmenden subjektiven Dysphagiebelastung (SSQ: ρ = 0,620; p < 0,001) einhergeht. Es fand sich keine signifikante Assoziation zwischen objektiver Schluckfunktion und subjektiven Parametern.metern ergaben sich keine erkennbaren Zusammenhänge.
Diskussion: Die subjektive Wahrnehmung des Schluckens scheint in diesem speziellen Patientenkollektiv maßgeblich durch psychische Belastungen und Xerostomie beeinflusst zu werden, weniger durch objektiv messbare Schluckparameter. Unsere Ergebnisse verdeutlichen die enge Verzahnung funktioneller und psychischer Aspekte nach komplexer Therapie bei OPSCC. Eine integrative Nachsorge, die sowohl psychologische Begleitung als auch funktionelle Rehabilitation umfasst, ist daher zur Verbesserung der Lebensqualität entscheidend.



