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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Parotisadenom-Bildgebung mittels Niederfeld-MRT

Lukas Stopa - Klinik für HNO-Heilkunde, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Ákos Bicsák - Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Lars Bonitz - Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Stefan Haßfeld - Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Claus Wittekindt - Klinik für HNO-Heilkunde, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland

Text

Einleitung: Speicheldrüsentumoren entsprechen etwa 6–8 % aller Kopf-Hals-Tumoren und treten überwiegend in der Glandula parotidea auf. Die präoperative Bildgebung ist essenziell zur Abgrenzung zwischen benignen und malignen Raumforderungen sowie zur Operationsplanung. Während Ultraschall und CT wichtige Basisinformationen liefern, gilt die Hochfeld-MRT aufgrund ihrer exzellenten Weichteildifferenzierung als Goldstandard. Mit der Entwicklung trockener supraleitender Magnete und hochentwickelter Spulen- und Rekonstruktionsalgorithmen – einschließlich KI-gestützter Techniken – erlebt die Niederfeld-MRT eine Renaissance. Insbesondere 0,55-T-Systeme bieten durch reduzierte Suszeptibilitätsartefakte und patientenfreundlichere Untersuchungsbedingungen potenzielle Vorteile.

Ziel war der direkte bildgebende Vergleich eines Parotisadenoms in einer standardisierten 1,5-T-MRT mit der neu entwickelten dental-dedicated 0,55-T-MRT (ddMRI) sowie die Korrelation mit intraoperativen und histopathologischen Befunden.

Methoden: Bei einem 57-jährigen männlichen Patienten mit geplanter lateraler Parotidektomie wurden neben auswärts durchgeführten 1,5-T-Standardsequenzen ergänzend ddMRI-Aufnahmen (Siemens Freemax®) durchgeführt. Bewertet wurden Tumorgröße, Tumorkonturen, Binnenstruktur, Beziehung zu anatomischen Leitstrukturen sowie die Abgrenzbarkeit zum Nervus facialis.

Ergebnisse: Die Raumforderung war sowohl im 1,5-T-MRT als auch im 0,55-T-ddMRI klar identifizierbar. Die Befundschärfe und Kontrastierung des Tumors waren gleichwertig, während das 0,55-T-System durch reduzierte Suszeptibilitätsartefakte und eine homogenere Darstellung des Parotisparenchyms Vorteile bot. Die Bildbefunde korrelierten vollständig mit dem intraoperativen Situs und der histopathologischen Diagnose eines Warthin-Tumors. Postoperativ zeigte sich eine regelrechte mimische Funktion.

Diskussion: Die Niederfeld-MRT ermöglicht eine zuverlässige und artefaktarme Darstellung von Parotisadenomen. Vorteile ergeben sich insbesondere durch die geringere Artefaktanfälligkeit, höhere Gewebehomogenität, kürzere Akquisitionszeiten, KI-gestützte Workflows (Autopilot) sowie die potenzielle Integration in patientennahe, kosteneffiziente Diagnostikpfade. Dies eröffnet neue Optionen für die präoperative Abklärung von Speicheldrüsentumoren