Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026
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Klinische Relevanz anatomiebasierter Mappingstrategien bei Cochlea-Implantaten: Einfluss von Elektrodenlage, Erst-Mapping und Patientenpräferenz
Text
Einleitung: Bei der CI-Nachsorge wächst das Interesse an anatomiebasierten Frequenzzuweisungen, da sie potenziell Vorteile gegenüber Standard-Mappings bieten. Unklar ist, ob dieser Nutzen unabhängig von der Startbedingung besteht und wie er mit implantationsbezogenen Parametern zusammenhängt.
Methoden: In einem prospektiven Within-Subject-Design testeten alle CI-Träger sowohl ein Standard- als auch ein anatomiebasiertes Mapping. Die Startbedingung variierte: Gruppe A begann mit Standard (n=9), Gruppe B mit anatomiebasiert (n=3). Als Endpunkte wurden Δ-Freiburger (Prozentpunkte), ΔOLSA (dB SNR) und Δ-Fragebogen-Score erhoben („mit Anatomie“ minus „ohne“; höhere bzw. negativere Werte= besser). Der Einführungswinkel wurde radiologisch bestimmt und mit den Outcomes korreliert.
Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten unter anatomiebasiertem Mapping einen deutlichen subjektiven Nutzen, unabhängig von der Startbedingung. In den Sprachmaßen ergaben sich Unterschiede: Δ-Freiburger und Δ-OLSA fielen in Gruppe B (Start anatomiebasiert) signifikant günstiger aus. Ein größerer Einführungswinkel korrelierte negativ mit Δ-OLSA, während die Zusammenhänge zwischen Δ-Freiburger und Δ-Fragebogen-Score gering waren. 66,7% der Teilnehmer entschieden sich am Studienende für das anatomiebasierte Mapping.
Schlussfolgerung: Anatomiebasierte CI-Mappings bieten klinisch relevante Vorteile, insbesondere in den Sprachmaßen, und werden von der Mehrzahl der Patienten bevorzugt. Die Korrelation zwischen Einführungswinkel und Δ-OLSA betont die Bedeutung anatomischer Parameter für eine gezielte Anpass-Strategie. Eine systematische Nutzung anatomiebasierter Zuordnungen erscheint für die klinische Routine sinnvoll; künftige Studien sollten prüfen, ob dadurch Anpassung und Nachsorge effizienter werden.



