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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Polymorphes Adenokarzinom als seltene Differentialdiagnose einer Manifestation eines Mundhöhlenmalignoms

Friederike Kaster - Universitätsmedizin, Essen, Deutschland
Lukas Boosfeld - Universitätsmedizin, Essen, Deutschland
Michael Peis - Universitätsmedizin, Essen, Deutschland
Stephan Lang - Universitätsmedizin, Essen, Deutschland
Stefan Mattheis - Universitätsmedizin, Essen, Deutschland
Anke Daser - Universitätsmedizin, Essen, Deutschland

Text

Einleitung: Polymorphe Adenokarzinome sind eine seltene Tumorentität, die sich überwiegend im Bereich der Mundhöhle und vor allem am Hartgaumen präsentieren. Ein Großteil dieser Tumore geht von den kleinen Speicheldrüsen aus. Frauen sind häufiger betroffen.

Methoden: Eine 50-jährige Patientin stellte sich mit einer initial 2012 beprobten und als Sialadenoma papilliferum beschriebenen Raumforderung im Bereich des Hartgaumens vor. Die Raumforderung hatte sich kurzfristig größenprogredient gezeigt. In der erneuten Probenentnahme 2025 ergab sich der V.a. ein Carcinoma ex pleomorphem Adenom. Im CT zeigte sich eine Tumorausdehnung mit Befall des Hartgaumens rechts. Es erfolgte die Transorale Tumorresektion im Bereich des Hartgaumens mit Rekonstruktion durch Radialislappentransplantat und Neck dissection beidseits.

Ergebnisse: Die pathologische Aufarbeitung ergab ein polymorphes low-grade Adenokarzinom der kleinen Speicheldrüsen. Der Tumor konnte in sano reseziert werden. Es zeigte sich eine optimale postoperative Funktionalität ohne jegliche Einschränkungen beim Sprachvermögen oder Schluckakt.

Diskussion: Bei einem Malignitätsverdacht im Bereich des Hartgaumens können auch seltene Tumore der kleinen Speicheldrüsen vorliegen. Die histopathologische Aufarbeitung durch ein Referenzzentrum sollte bei Malignitätsverdacht evaluiert werden. In Falle eines polymorphen low-grade Adenokarzinom ist eine Tumorresektion der Strahlenchemotherapie deutlich überlegen und bei R0-Resektion eine gute Prognose zu erwarten. Durch Rekonstruktionsverfahren mit freien Lappentransplantaten kann eine gute postoperative Funktionalität erreicht werden.