75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte
75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte
Verlauf eines Multiple Evanescent White Dot Syndrome mit vorübergehender Visusprogredienz: diagnostische und therapeutische Überlegungen
Text
Ziel: Das Multiple Evanescent White Dot Syndrome (MEWDS) gehört zum Spektrum der White-Dot-Syndrome und betrifft typischerweise junge, ansonsten gesunde Patientinnen. Die Erkrankung verläuft in der Regel selbstlimitierend, sodass meist keine spezifische Therapie erforderlich ist. Ein atypischer Verlauf kann jedoch differenzialdiagnostische Überlegungen erfordern und therapeutische Entscheidungen notwendig machen.
Methode: Wir berichten über eine Patientin, die sich initial mit verschwommenem Sehen und Visusminderung am linken Auge vorstellte. Klinische Untersuchung und Bildgebung zeigten Befunde, die mit einem MEWDS vereinbar waren, sodass zunächst ein konservatives Vorgehen gewählt wurde. Im weiteren Verlauf stellte sich die Patientin erneut mit progredienter Visusminderung vor.
Ergebnis: Aufgrund des atypischen Verlaufs und der daraus resultierenden differenzialdiagnostischen Unsicherheit hinsichtlich anderer entzündlicher Erkrankungen der äußeren Retina wurde eine Therapie mit systemischen Kortikosteroiden eingeleitet. Unter der Therapie zeigten sich eine funktionelle Besserung mit einem Visus von 0,8 sowie eine Regredienz der retinalen Veränderungen in der Bildgebung.
Schlussfolgerung: Obwohl MEWDS typischerweise selbstlimitierend verläuft, kann eine progrediente Visusminderung eine therapeutische Intervention erforderlich machen. Der Fall unterstreicht die Bedeutung einer engmaschigen klinischen Verlaufskontrolle sowie einer sorgfältigen differenzialdiagnostischen Abwägung bei atypischem Verlauf.



