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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Reevaluation einer unauffälligen multiparametrischen Prostata-MRT bei klinischer Risikokonstellation: Bedeutung für PI-RADS-Upgrading und Karzinomnachweis

Johannes Mischinger - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Sonja Mordhorst - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Michael Katzmann - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Conrad Leitsmann - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Hanna Zurl - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Klara Pohl - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Iva Simunovic - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Julia Altziebler - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Lukas Scheipner - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Carl Ketterer - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Stephanie Schöpfer-Schwab - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Susanne Deininger - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Karl Pemberger - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Marianne Leitsmann - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Pawel Trotsenko - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Kristijan Skok - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Sascha Ahyai - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Jasminka Igrec - Medizinische Universität LKH Graz, Radiologie, Graz, Österreich
Emina Talakic - Medizinische Universität LKH Graz, Radiologie, Graz, Österreich

Text

Einleitung: Die Prostate Imaging Reporting and Data System (PI-RADS) Beurteilung ist mit hoher Expertise und konsekutiv großer Untersuchervariabilität assoziiert. Der Stellenwert der Reevaluation von multiparametrischen Magnetresonanztomographien der Prostata (MRT) ohne Fokusläsion und persistentem Prostatakarzinom-(PCa-)Verdacht ist unklar.

Methodik: Patienten mit klinischen Risikofaktoren (suspektem PSA und/oder rektaler Untersuchung, positiver PCa-Familienanamnese, aktiver Überwachung, Hämatospermie, Mikrohämaturie) und konsekutivem MRT ohne Fokusläsion wurden zwischen Jänner 2021 und Juli 2024 einer intramuralen radiologischen Reevaluation zugewiesen. Hiernach erfolgte entweder eine MRT-Fusionsbiopsie (FB) mit konkomitanter systematischer Prostatabiopsie (SB), die alleinige SB (12–28 Stanzen) oder die Observanz.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 249 Patienten mit extern beurteiltem MRT ohne Fokusläsion reevaluiert. Bei 53 Männern (21%) zeigte sich intramural ein PI-RADS-Upgrading mit Nachweis von ≥1 Fokusläsion (PI-RADS 3–5). Insgesamt wurden 142 Patienten biopsiert. Ein PCa wurde bei 44 Männern (31%) und ein klinisch signifikantes PCa (csPCa) bei 29 Männern (20%) diagnostiziert. Von den Zuweisungsparametern war ausschließlich eine positive PCa-Familienanamnese signifikant mit einem intramuralen PI-RADS-Upgrading assoziiert (p = 0,002), während sich für andere Zuweisungsdiagnosen kein signifikanter Zusammenhang zeigte. Eine höhere PSA-Dichte (csPCa: 0,17 vs. kein csPCa: 0,10 ng/ml/cm3; p < 0,001) sowie ein intramurales PI-RADS-Upgrading (p = 0,036) traten bei Männern mit csPCa signifikant häufiger auf. In der multivariaten binär-logistischen Regression blieben ausschließlich die PSA-Dichte (p = 0,004) und ein PI-RADS-Upgrading (p = 0,04) unabhängige Prädiktoren für das Vorliegen eines csPCa.

Schlussfolgerung: Die Reevaluation von Prostata-MRTs ohne Fokusläsion bei klinischer Risikokonstellation deckt in einem relevanten Anteil bislang nicht erkannte suspekte Läsionen auf. Eine erhöhte PSA-Dichte sowie ein intramurales PI-RADS-Upgrading sind unabhängige Prädiktoren für ein klinisch signifikantes Prostatakarzinom und unterstreichen den Stellenwert einer strukturierten Zweitbeurteilung initial unauffälliger MRT-Befunde.