52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Ergebnisse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) mit Darolutamid in der Phase-3-Studie ARANOTE
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Einleitung: Effektive und gut verträgliche Behandlungen zur Aufrechterhaltung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sind für Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) unerlässlich. Darolutamid (DARO) + Androgendeprivationstherapie (ADT) reduzierte das Risiko einer radiologischen Progression oder des Todes (primärer Endpunkt) signifikant um 46% vs. Placebo (PBO) + ADT in ARANOTE. Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse (AEs) war gering und ähnlich wie bei PBO, wobei es in der DARO-Gruppe weniger Abbrüche der Studienmedikation aufgrund von AEs gab als in der PBO-Gruppe (6,1% vs. 9,0%). Wir berichten über die Ergebnisse zu gesundheitsbezogener Lebensqualität und Schmerzen in ARANOTE.
Methodik: Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten zweimal täglich 600 mg DARO oder PBO mit ADT. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mithilfe des Functional Assessment of Cancer Therapy–Prostate (FACT-P) gemessen. Eine Verschlechterung des FACT-P-Gesamtscores um ≥ 10 Punkte war ein vorab festgelegter explorativer Endpunkt. Schmerzen wurden mithilfe des Brief Pain Inventory–Short Form (BPI-SF) beurteilt. Der Zusammenhang zwischen gesundheitsbezogener Lebensqualität und Schmerzprogression mit dem prostataspezifischen Antigen (PSA) Ansprechen wurden post hoc beurteilt.
Ergebnisse: DARO verlängerte die Zeit bis zur Verschlechterung des FACT-P-Gesamtscores (allgemeines Wohlbefinden) um 5,1 Monate vs. PBO: Median 16,6 vs. 11,5 Monate. Der Behandlungsvorteil von DARO im FACT-P-Gesamtscore war stark auf die längere Zeit bis zur Verschlechterung der Unterskalen soziales/familiäres Wohlbefinden funktionelles Wohlbefinden und Harnwegssymptome zurückzuführen. Darüber hinaus verlängerte DARO die Zeit bis zur Schmerzprogression im Vergleich zu PBO.
Schlussfolgerung: DARO ist unseres Wissens der erste und einzige Androgenrezeptor-Inhibitor, der im Vergleich zu PBO bei Männern mit mHSPC klinisch relevante Verzögerungen der Verschlechterung wichtiger patientenrelevanter HRQoL-Ergebnisse zeigt. Bei mit DARO behandelten Patienten verbesserten sich das allgemeine Wohlbefinden (FACT-P-Gesamtscore), das soziale/familiäre Wohlbefinden, das funktionelle Wohlbefinden, die Harnwegssymptome und die Schmerzen. Zusammen mit dem Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass DARO auch einen positiven Einfluss auf die HRQoL hat.



