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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Kein Hinweis auf eine assoziierte (sub-)klinische exokrine Pankreasdysfunktion bei der Sjögren Erkrankung im Vergleich zur rheumatoiden Arthritis und gesunden Kontrollen

Pauline Tittmann - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Greta Sophie Lechte - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Tabea Seeliger - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Neurologie und Neurophysiologie, Hannover, Deutschland
Franz Felix Konen - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Neurologie und Neurophysiologie, Hannover, Deutschland
Thomas Skripuletz - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Neurologie und Neurophysiologie, Hannover, Deutschland
Torsten Witte - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Nadine Zehrfeld - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland
Diana Ernst - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Rheumatologie und Immunologie, Hannover, Deutschland

Text

Einleitung: Die primäre Sjögren-Erkrankung (SjD) ist durch eine lymphozytäre Infiltration exokriner Drüsen charakterisiert. Aufgrund struktureller und funktioneller Ähnlichkeiten der Speicheldrüsen und des exokrinen Pankreas [1] scheint dessen Mitbeteiligung möglich. Das Ziel der Studie ist die Evaluation der Prävalenz von Auffälligkeiten in der Pankreasfunktion bei SjD im Vergleich zu Patient*innen mit rheumatoider Arthritis (RA) und gesunden Kontrollen (KG).

Methoden: In dieser monozentrischen, prospektiven Studie wurden seit August 2024 konsekutiv Patient*innen mit SjD, die die aktuellen ACR/EULAR-Klassifikationskriterien erfüllen und keine bekannte Pankreaserkrankung haben, eingeschlossen. RA-Patient*innen und gesunde Kontrollen werden alters- und geschlechtsgematcht im Verhältnis 2:1:1 rekrutiert. Gastrointestinale Symptome, krankheitsspezifische Symptome und relevante Komorbiditäten werden mittels eines standardisierten Fragebogens erfasst und die Serum-Amylase, Serum-Lipase und F-Elastase als etablierter Marker der exokrinen Pankreasfunktion (eP) bestimmt. Klinisch werden F-Elastase-Werte <200 µg/g als Hinweis auf eine mögliche exokrine Pankreasinsuffizienz (PEI) gewertet. 100–200 µg/g gelten dabei als milde bis moderate und Werte <100 µg/g als schwere Einschränkung der eP. Werte im Grenzbereich erfordern eine Verlaufskontrolle [2]. Bei F-Elastase-Werten <250 µg/g erfolgt ein Follow-up nach ≤ 6 Monaten.

Ergebnisse: In allen drei Gruppen traten F-Elastase Werte unter 250 µg/g nur sehr vereinzelt auf. In der SjD-Kohorte zeigten 9/197 (4,6%) F-Elastase-Werte <250 µg/g, in der Kontrollkohorte (4/100; 4,0%) und in der RA-Kohorte (1/75; 1,3%) (p= 0,13). Auch für die S-Amylase und S-Lipase zeigten sich keine signifikanten Unterschiede (p= 0,13 und 0,51).

Eine längere SjD Erkrankungszeit war ebenfalls nicht mit erniedrigten F-Elastase Werten assoziiert (p= 0,795).

Schlussfolgerung: In unserer SjD Kohorte war die Rate an exokriner Pankreasdysfunktion im Vergleich zu RA Patienten und gesunden Kontrollen nicht erhöht, wobei eine Pankreasdysfunktion bei 3% der Kontrollen bestätigte wurde und damit überraschend häufig war. Auch eine längere SjD-Krankheitsdauer war nicht mit niedrigeren F-Elastase Werten assoziiert. Weitere Subanalysen werden beim RhK präsentiert.

Offenlegungserklärung: PT: keine Interessenskonflikte

GSL: keine Interessenskonflikte

TS: Forschungsstipendium Novartis Pharma GmbH und Übernahme von Kongress Gebühren durch AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

FK: Unterstützung für Forschungsvorhaben: Siemens, Merck, DGF- und MHH-finanziertes Clinician Scientist-Programm PRACTIS; Vorträge und Reisekostenerstattung: Alexion, Argenx, Merck, Novartis

TS: Forschungsstipendium (Alexion Pharma Germany GmbH, Alnylam Pharmaceuticals, Bayer Vital GmbH, Biogen GmbH, Centogene, CSL Behring, EUROIMMUN Medizinische Labordiagnostika AG, Janssen, Merck KGaA, Novartis Pharma GmbH, Roche Deutschland Holding GmbH, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Siemens Aktiengesellschaft, Swedish Orphan Biovitrum GmbH, TEVA GmbH)

TW: Forschungsstipendium (AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, Chugai Pharma Europe Ltd, Janssen-Cilag GmbH, Galapagos NV, Janssen-Cilag GmbH, Lilly Deutschland GmbH, Pfizer Pharma GmbH, UCB Pharma GmbH, Roche Deutschland Holding GmbH)

NZ: keine Interessenskonflikte

DE: Beraterin (AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Galapagos NV, Amgen GmbH, Novartis Pharma GmbH), Forschungsstipendium (AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Amgen GmbH, Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, Chugai Pharma Europe Ltd, Janssen-Cilag GmbH, Galapagos NV, GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, Medac GmbH, Lilly Deutschland GmbH, Pfizer Pharma GmbH, Novartis Pharma GmbH, Roche Deutschland Holding GmbH)

Tabelle 1 [Tab. 1]

Tabelle 1

Tabelle 2 [Tab. 2]

Tabelle 2: Ohne Tabellenunterschrift


References

[1] Theodory B, Cao T, Swisher AR, Pham R, DiPatrizio NV, Yaghmour G. A novel approach to describing the pancreas and submandibular gland: Can they be classified as primary and secondary tissue organs? Acta Histochem. 2022 Aug;124(6):151934. DOI: 10.1016/j.acthis.2022.151934
[2] Löser C, Möllgaard A, Fölsch UR. Faecal elastase 1: a novel, highly sensitive, and specific tubeless pancreatic function test. Gut. 1996 Oct 1;39(4):580–6. DOI: 10.1136/gut.39.4.580