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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Daratumumab bei refraktärer Sjögren-Erkrankung mit schwerer Organmanifestation: Eine Fallserie mit drei Patientinnen

Frederic C. Feindt - III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Hamburg Center for Kidney Health (HCKH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Marie-Therese Holzer - III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Martin Krusche - III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Tobias B. Huber - Hamburg Center for Kidney Health (HCKH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Ina Kötter - III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Abteilung für Rheumatologie und Immunologie, Auenlandklinik, Bad Bramstedt, Deutschland
Oliver M. Steinmetz - III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Hamburg Center for Kidney Health (HCKH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Simon Melderis - III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Hamburg Center for Kidney Health (HCKH), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland

Text

Einleitung: Die Sjögren-Erkrankung (SjD) ist durch eine B-Zell-Hyperaktivierung und die Akkumulation von langlebigen Plasmazellen gekennzeichnet und verursacht bei 50% der Patient:innen extra-glanduläre Organmanifestationen. Bei therapierefraktären Verläufen werden B-Zell-depletierende Therapien (z.B. anti-CD20) eingesetzt, welche CD38-positive Plasmazellen aber nicht erreichen. Bei fehlendem Ansprechen bietet der anti-CD38-Antikörper Daratumumab (Dara) einen vielversprechenden Therapieansatz.

Methoden: Es wurden drei Patientinnen mit therapierefraktärer SjD (inkl. anti-CD20) im Rahmen individueller Heilversuche mit Dara behandelt (4x wöchentlich, 1.800 mg s.c.). Therapieansprechen und etwaige Nebenwirkungen wurden erfasst.

Ergebnisse: Patientin 1 hatte als primäre Krankheitsmanifestation eine schwere Arthritis. Zudem lag eine chronische, tubulointerstitielle Nephritis (TIN) vor. Unter Dara zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Krankheitsaktivität mit anhaltender Remission der Arthritis über einen Nachbeobachtungszeitraum von 7 Monaten. Darüber hinaus zeigte sich eine Verbesserung der Nierenfunktion und der Proteinurie. Die Therapie mit Prednisolon konnte beendet werden.

Patientin 2 hatte als primäre Krankheitsmanifestationen Myositis und ausgeprägte Lymphadenopathie. Letztere zeigte ein deutliches und anhaltendes Ansprechen über einen Beobachtungszeitraum von 5 Monaten. Bezüglich der Myositis kam es nach initialer Besserung der Kraftgrade und der Creatinkinase nach 4 Monaten zu einer Verschlechterung mit progredienter Tetraparese, sodass eine Therapieumstellung auf Mycophenolat mofetil und Prednisolon erfolgte.

Patientin 3 hatte eine bioptisch gesicherte TIN mit histologisch führender Plasmazell-Tubulitis. Im kurzfristigen Verlauf beobachteten wir einen Rückgang der Proteinurie sowie eine Besserung der Nierenfunktion. In der Rebiopsie, zeigte sich, zwei Monate nach Dara, eine vollständige Rückbildung der Plasmazell-Tubulitis.

Im Rahmen der Erstgabe kam es bei Patientin 1 zu einer leichten Medikamentenreaktion mit Übelkeit, Erbrechen, grippalem Gefühl und leichtem Hautexanthem. Die weiteren Gaben wurden gut vertragen. Bei Patientin 1 kam es zudem zu einer Herpesinfektion, die ambulant oral therapiert wurde. Patientin 2 musste mit Pneumonie aufgenommen und anti-infektiv behandelt werden. Patientin 3 zeigte keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen.

Tabelle 1 [Tab. 1] zeigt Organbeteiligungen sowie Vortherapien und Komplikationen. Tabelle 2 [Tab. 2] zeigt den Verlauf verschiedener Parameter.

Tabelle 1: Charakteristika und Vortherapien der Patientinnen.

Tabelle 2: Verlauf klinischer und laborchemischer Parameter.

Schlussfolgerung: Daratumumab zeigte eine gute Wirkung bei 2 von 3 Patientinnen mit therapierefraktärer SjD und wurde gut vertragen.

Um den Stellenwert von Daratumumab, auch Vergleich zu anderen Substanzen (z.B. Ianalumab), zu definieren, sind prospektive Studien zu Wirksamkeit, Sicherheit und optimaler Behandlungsdauer notwendig.

Offenlegungserklärung: Die Autor:innen haben keine Interessenskonflikte hinsichtlich der Inhalte des Abstracts.