Logo

Deutscher Rheumatologiekongress 2025

53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh)
39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
17.-20.09.2025
Wiesbaden

Meeting Abstract

ILD-Boards in Deutschland: Ergebnisse einer nationalen Erhebung zur Präsenz interdisziplinärer Fallkonferenzen für interstitielle Lungenerkrankungen in deutschen Kliniken

Claus-Jürgen Bauer - Rheumatologie und klinische Immunologie, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Bonn, Bonn
Dirk Skowasch - Medizinische Klinik und Poliklinik II, Sektion Pneumologie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn
Michael Kreuter - Lungenzentrum Mainz, Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin, Marienhaus Klinikum Mainz und Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Okka Hamer - Institut für Röntgendiagnostik, Universitätsklinik Regensburg, Regensburg
Jürgen Behr - Medizinische Klinik und Poliklinik V, LMU Klinikum der Universität München, München
Sven Gläser - Vivantes Klinikum Spandau und Neukölln, Berlin
Claus Peter Heussel - Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
Daniel Kütting - Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn
Andreas Krause - Abteilung Rheumatologie, Klinische Immunologie und Osteologie, Immanuel Krankenhaus Berlin, Berlin
Gabriela Leuschner - Medizinische Klinik und Poliklinik V, LMU Klinikum der Universität München, München
Philipp Markart - Medizinische Klinik 5 (Pneumologie), Klinikum Fulda gAG, Campus Fulda, Universitätsmedizin Marburg; Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Fulda
Simon M. Petzinna - Rheumatologie und klinische Immunologie, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Bonn, Bonn
Markus Polke - Zentrum für interstitielle und seltene Lungenerkrankungen, Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
Valentin Sebastian Schäfer - Rheumatologie und klinische Immunologie, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Bonn, Bonn

Text

Einleitung: Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) stellen eine interdisziplinäre klinische Herausforderung dar und sind nicht selten mit rheumatologischen Systemerkrankungen assoziiert. ILD-Boards bieten eine strukturierte Plattform für die interdisziplinäre Diskussion komplexer Fälle, um Diagnostik und Therapieplanung gezielt abzustimmen. Dennoch fehlen umfassende Daten zur Verbreitung, Zusammensetzung und Organisation solcher ILD-Boards in Deutschland.

Hauptziel dieser Studie ist es, den aktuellen Status von ILD-Boards an deutschen Kliniken, einschließlich ihrer Zusammensetzung, Arbeitsweise und Herausforderungen zu erheben.

Methoden: Eine webbasierte Umfrage wurde unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) sowie der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) durchgeführt. Ein standardisierter Fragebogen wurde über SurveyMonkey® verteilt, um Informationen zu beteiligten Fachdisziplinen, organisatorischen Strukturen, Besprechungsfrequenzen sowie Herausforderungen regionaler ILD-Boards zu erfassen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv.

Ergebnisse: An der Umfrage nahmen 125 Ärzt:innen aus 15 Bundesländern teil. Die Pneumologie (93,6%), Radiologie (86,4%) und Rheumatologie (59,2%) wurden als die am häufigsten in ILD-Boards vertretenen Fachdisziplinen genannt. Die erfassten ILD-Boards finden zu 50,0% in Präsenz und zu 31,5% hybrid statt, wobei 41,1% der Boards wöchentlich tagen. In 62,0% der Patientenfälle resultiert die Besprechung in einer definitiven Diagnose, und in 69,3% werden Therapieempfehlungen ausgesprochen. Verbesserungswünsche der Teilnehmer umfassten die stärkere Einbindung zusätzlicher Fachdisziplinen (z.B. Pathologie), technische Optimierungen zur virtuellen Teilnahme und eine weiterführende Standardisierung der Prozesse.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen eine hohe Akzeptanz und Verbreitung von ILD-Boards in Deutschland, jedoch auch Optimierungspotenziale in Bezug auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit, technische Infrastruktur und Prozessstandardisierung. Diese Erkenntnisse bieten eine Grundlage für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit interstitiellen Lungenerkrankungen.

Offenlegungserklärung: Die Autoren geben keine Interessenskonflikte an.

Abbildung 1 [Fig. 1]

Abbildung 1: Kartographische Darstellung der Umfrage-Teilnehmer-Standorte