38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
Immuntherapie und ihre okulären Nebenwirkungen
Text
Moderne onkologische Immuntherapien können visusbedrohende Augennebenwirkungen verursachen. Der Vortrag gibt einen Überblick über fünf Substanzklassen: Checkpoint-Inhibitoren (ICI) führen vor allem zur Uveitis (1–5%), Antibody-Drug Conjugates – insbesondere Belantamab Mafodotin – zu einer Keratopathie bei bis zu 70% der Patienten, bispezifische Antikörper zu okulären Effekten über CRS und ICANS, Next-Gen Targeted Agents zu substanzspezifischen Effekten wie retinaler Pigmentepithelablösung (MEK/BRAF) oder subkonjunktivalen Blutungen (BTK), und die CAR-T-Zell-Therapie akut zu CRS/ICANS sowie langfristig zu Sicca-Symptomatik und Infektionsrisiken. Das Management besteht aus stufenweiser Steroideskalation. Entscheidend sind ein interdisziplinäres Vorgehen und strukturiertes Monitoring.
Abkürzungen:
- ICI – Immune Checkpoint Inhibitors
- CRS – Cytokine Release Syndrome
- ICANS – Immune effector Cell-Associated Neurotoxicity Syndrome
- MEK – Mitogen-activated extracellular signal-regulated Kinase
- BRAF – B-Rapidly Accelerated Fibrosarcoma oder B-Raf proto-oncogene, serine/threonine kinase
- BTK – Bruton-Tyrosinkinase
- CAR-T – Chimeric Antigen Receptor T-Cell



