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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Überbringen schlechter Nachrichten

Jutta Wiek - Wangen

Text

Jeder Augenarzt/jede Augenärztin ist durch das Überbringen schlechter Nachrichten, wie z.B. einer Netzhautablösung, gefordert. Gut vorbereitet sollte der Arzt/die Ärztin ein Gespräch in ungestörter Atmosphäre angehen und mit Wohlwollen und Respekt dem Patienten/der Patientin gegenüber sitzen. In kurzen, verständlichen Sätzen, ohne Fachterminologie wird die schlechte Nachricht mitgeteilt und anschließend eine Pause gemacht, um Raum für Fragen und die emotionale Reaktion zu geben. Diese kann von geschocktem Verstummen über Angst bis zum aggressiven Wutausbruch reichen. Der Arzt/die Ärztin sollte verständnisvoll, empathisch und ruhig darauf reagieren. Bei vorhandener Aufnahmefähigkeit können weitere Detailinformationen gegeben werden, bei starker emotionaler Reaktion ist ein zweites Gespräch im Beisein einer Bezugsperson anzuraten. Das Ziel ist es, dass der Patient/die Patientin die schlechte Nachricht aufnehmen kann, möglichst einvernehmlich das weitere Vorgehen besprochen wird und er/sie sich unterstützt und betreut fühlt. Die Patienten haben ein Recht auf wahrheitsgemäße Aufklärung, dabei müssen sowohl unrealistische Versprechungen als auch völlige Hoffnungslosigkeit vermieden werden. Allein schon die Versicherung der weiteren ärztlichen Begleitung ist für den Patienten/die Patientin tröstlich.