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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Infektionsrate nach transperinealer MRT-Fusionsbiopsie der Prostata: unsere Erfahrung nach 687 Patienten

Stefanos Papadoukakis - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Kamran Karim - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Maike Neutzer - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Thomas Krings - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Walter Batzil - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Jens Westphal - Maria Hilf Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Klinik für Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland

Text

Einleitung: Das Prostatakarzinom (PCa) ist bundesweit die häufigste solide Tumorerkrankung des Mannes mit 65.820 Neuerkrankungen im Jahr 2020. Die transrektale ultraschallgestützte Prostatabiopsie (TRUS-Biopsie) ist das weltweit am häufigsten verwendete diagnostische Verfahren. Allerdings liegen die Infektionsraten nach einer transrektalen, ultraschallgestützten (TRUS) Biopsie zwischen 0,1% und 7,0%, wobei die Gefahr von Infektionen und in schweren Fällen auch von Urosepsis besteht. Die transperineale MRT-Fusionsbiopsie der Prostata ist heutzutage das Standardverfahren geworden, da sie eine höhere Präzision und geringere Infektionsraten aufweist. Wir berichten über unsere Erfahrung nach 687 Biopsien.

Methode: Seit 2021 haben wir 687 transperineale Fusionsbiopsien durchgeführt. Bei allen Patienten wurde präoperativ eine Urinkultur angelegt. Eine therapeutische Antibiose wurde ausschließlich bei Patienten mit einem akuten Harnwegsinfekt verabreicht. Patienten mit präoperativ negativer Urinkultur erhielten keine Antibiose. Das Perineum der Patienten wurde präoperativ mit gefärbter Kodan-Tinktur forte desinfiziert.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 685 Patienten in unserer Abteilung einer MRT-Fusionsbiopsie unterzogen. 85 Patienten hatten einen Harnwegsinfekt und erhielten präoperativ eine Antibiose, 600 Patienten erhielten auch prophylaktisch keine Antibiose. Eine klinisch relevante postoperative Harnwegsinfektion wurde nur bei 5 Patienten (0,83%) beobachtet, 3 von ihnen mussten aufgrund einer Urosepsis hospitalisiert werden. Sie wurden mit einem Breitspektrumantibiotikum sowie einem temporären suprapubischen Katheter behandelt mit einer durchschnittlichen Krankenhaus-aufenthaltsdauer von 7 Tagen.

Schlussfolgerung: Unsere Studie bestätigt die sehr niedrige Infektionsrate der transperinealen MRT-Fusionsbiopsie der Prostata. Patienten mit einer unauffälligen Urinkultur brauchen keine Antibiose. Eine intraoperative Desinfektion des Perineums ist in Ergänzung empfehlenswert.