71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Glansrekonstruktion mit autologem Fettgewebe & Mundschleimhaut zur Therapie einer Glansteilnekrose nach komplexer Penisbegradigung
Text
Einleitung: Aufgrund ihrer Seltenheit ist die Glansnekrose nach Penisoperationen ein in der urologischen Literatur wenig beachtetes Thema, wofür kein etabliertes Behandlungsprotokoll vorliegt. Sobald sich die Nekrose stabilisiert hat, ist ein Débridement bis zum gesunden Gewebe die einzige mögliche Therapie, gefolgt von sekundären rekonstruktiven Eingriffen. Im Gegensatz zur totalen Glansnekrose, bei der eine Glansektomie mit Bildung einer Neoglans durch Spalthaut die Standardoption ist, ist bisher keine chirurgische Technik für die partielle Glansnekrose beschrieben worden.
Methode: Wir beschreiben einen Albtraum-Fall einer schweren partiellen Glansnekrose nach einer chirurgischen Penisbegradigung mit Zweipunkt-Plaque-Inzision und Grafting bei komplexer Deformität aufgrund einer Induraio penis plastica. Der Patient stellte sich 10 Tage postoperativ mit einer beginnenden Nekrose der rechten Hälfte seiner Eichel, einschließlich des ventralen Teils, der die Harnröhre bedeckt, vor. Es erfolgte ein chirurgisches Débridement, mit sekundärer Wundheilung. Der endgültige Umfang des Gewebeverlusts war so schwerwiegend, dass nahezu die gesamte rechte Hälfte der Eichel sowie der ventrale Teil der glandulären Harnrohre verloren gingen. Der Patient berichtete über Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr aufgrund fehlender Tumeszent der Glans penis und psychische Belastungen hinsichtlich des Aussehens seines Penis. Daher bestand er trotz unserer Bedenken aufgrund fehlender evidenzbasierter Therapie auf einer Rekonstruktion.
Ergebnisse: Sechs Monate nach dem Débridement erfolgte eine einzeitige Urethroplastik mit Mundschleimhaut in dorsal-inlay Technik mit ventraler Glansplastik. Ein Jahr später wurde eine plastische Rekonstruktion der rechten Hälfte der Eichel mittels einer zweistufigen Lipofilling-Behandlung mit autologem Fettgewebe aus dem Unterbauch durchgeführt. Das ästhetische und funktionelle Ergebnis war nach einem Jahr für den Patienten sehr zufriedenstellend.
Schlussfolgerung: Diese neuartige Rekonstruktionstechnik, die auf den Prinzipien der plastischen Chirurgie basiert, ist eine praktikable Option für die langfristige Rekonstruktion der Eichel nach schwerem Volumenverlust infolge einer partiellen Glansnekrose.
Abbildung 1 [Abb. 1]
Abbildung 2 [Abb. 2]
Abbildung 3 [Abb. 3]






