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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Aktuelle Daten aus dem Nationalen Register Urothelkarzinom (UroNAT) von d-uo

Rolf Eichenauer - Urologikum Hamburg, Hamburg, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland
Manfred Johannsen - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; Facharztpraxis Johannsen & Laux, Berlin, Deutschland
Jörg Klier - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; Urologische Partnerschaft Köln (UPK), Köln, Deutschland
Frank König - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; ATURO Berlin, Berlin, Deutschland
Robert Schönfelder - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; Urologie Schönfelder & Straßer, Hamburg, Deutschland
Jörg Schröder - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; ATURO Berlin, Berlin, Deutschland
Elke Hempel - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; SMG Forschungsgesellschaft mbH, Berlin, Deutschland
Christian Doehn - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Berlin, Deutschland; Urologikum Lübeck, Lübeck, Deutschland; Klinik für Urologie, UKSH Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland

Text

Einleitung: Das Nationale Register Urothelkarzinom (UroNAT) der Deutschen Uro-Onkologen (d-uo) wurde 2021 initiiert, um die sektorenübergreifende Versorgung von Patienten mit Urothelkarzinomen aller Stadien in der praxisambulanten Versorgung in Deutschland realitätsnah abzubilden. Aufbauend auf der VERSUS-Studie werden detaillierte Verlaufsdaten zur Qualität, Leitlinienadhärenz und Therapie erfasst.

Methode: UroNAT ist ein nicht-interventionelles, prospektives, multizentrisches Nationales Register für Urothelkarzinome, welches im Oktober 2021 von d-uo initiiert wurde (Ethikvotum 2020). Ziele sind die fortlaufende Dokumentation, wissenschaftliche Auswertung sowie die Qualitätssicherung der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Urothelkarzinom der Harnblase und der oberen Harnwege in Deutschland. Aktuell können bei UroNAT 1.325 von 1.825 Patienten ausgewertet werden.

Ergebnisse: Bei 69% der Patienten bestand als Diagnoseanlass ein Symptom, überwiegend eine Makrohämaturie oder eine Mikrohämaturie. In 94,5% lagen Tumore der Harnblase und in jeweils weiteren 2% der Harnleiter oder Nierenbecken vor. Bei 65% der Patienten fand sich ein singulärer Tumor, bei 33% 2–7 Tumore und bei 2% mehr als 8 Tumore. Histologisch überwogen nicht-invasive Tumorstadien (57% Ta, 20% T1), bei 23% bestand ein T2–4. In 50% der Fälle lagen G3 Tumoren, in 26% G2- und in 24% G1-Tumoren vor, in 3,9% ein reines Cis. Bei etwa 90% wurde eine TURB oder Re-TURB durchgeführt, bei 5,1% erfolgte eine Zystektomie, in weniger als 5% erfolgten Eingriffe am oberen Harntrakt oder Bestrahlungen. Frühinstillationen wurden bei 28,1%, Basistherapien bei 34,2% und Erhaltungstherapien bei 37,1% der Patientinnen und Patienten dokumentiert.

Schlussfolgerung: UroNAT liefert erstmals umfassende Real-World-Daten zur ambulanten Versorgung von Patienten mit Urothelkarzinom in Deutschland. An diesem deutschlandweit geführten Register können alle uro-onkologischen Behandler aus der Urologie, Onkologie und auch Krankenhäuser über ihre Klinikambulanzen mitwirken. UroNAT ist seit September 2024 eine AUO-Studie (AP 94/24).