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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Relevanz der Schnellschnittuntersuchung (FFS) zum Nachweis eines Carcinoma in situ (CIS) bei radikaler Zystektomie beim Harnblasenkarzinom

David Pfister - Klinik für Urologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Julian Heidenreich - Klinik für Urologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Constantin Rieger - Klinik für Urologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Svenja Junemann - Klinik für Urologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Richard Weiten - Klinik für Urologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Axel Heidenreich - Klinik für Urologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Die radikale Zystektomie stellt nach neoadjuvanter Chemotherapie den Therapiestandard für das muskelinvasive Harnblasenkarzinom dar. Eine vollständige Resektion ist hierbei obligat. Zum Nachweis eines Carcinoma in situ (CIS) in den Ureteren oder der Urethra werden intraoperative Schnellschnittuntersuchungen (FFS) durchgeführt. Bei positivem Befund erfolgen sequentielle Ureterresektionen oder gegebenenfalls eine Urethrektomie. In dieser retrospektiven Analyse wird die Häufigkeit von CIS in den FFS sowie das Rezidivmuster bei Patient:innen mit CIS im endgültigen Resektionspräparat untersucht.

Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Analyse aller Patient:innen, die zwischen 2015 und 2024 eine radikale Zystektomie erhielten. Das Vorliegen eines CIS in Urethra und Ureteren wurde sowohl in den Schnellschnitten als auch im endgültigen histopathologischen Befund ausgewertet. Bei Patient:innen mit CIS im endgültigen Präparat wurden die Muster des Krankheitsrezidivs analysiert.

Ergebnisse: Von insgesamt 369 Patient:innen wurde bei 17 (4,9%) ein CIS nachgewiesen. Nach sequentieller Ureter- oder Urethraresektion zeigte sich bei 13 (3,5%) eine vollständige Resektion im Schnellschnitt. In 4 Fällen (1,1%) bestand ein persistierendes CIS, und in weiteren 4 Fällen (1,1%) wurde trotz negativer FFS ein CIS im endgültigen Präparat beschrieben. Bei fünf Patient:innen war das CIS im Ureter, bei drei in der Urethra lokalisiert. Fünf Patient:innen erhielten eine adjuvante lokale Therapie mit BCG oder HIVEC. Innerhalb von zwei Jahren entwickelten vier (50%) der betroffenen Patient:innen ein Rezidiv. Lokalrezidive traten nicht auf, es fanden sich jedoch retroperitoneale Lymphknoten-, hepatische, pulmonale oder ossäre Metastasen.

Schlussfolgerung: Der Nachweis eines CIS im Schnellschnitt ist selten und mit erheblichem zeitlichem sowie finanziellem Aufwand verbunden. Ein onkologischer Nutzen konnte in dieser Analyse nicht gezeigt werden, da alle betroffenen Patient:innen Fernmetastasen entwickelten. Basierend auf diesen Ergebnissen sollte der routinemäßige Einsatz der Schnellschnittuntersuchung zum Nachweis eines CIS kritisch hinterfragt werden.