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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Pleural und peritoneal metastasiertes papilläres Nierenzellkarzinom drei Jahre nach Nierenteilresektion im Tumorstadium pT1b pNX L0 V0 Pn0 R0 G2

Sophia Spanke - Maria-Hilf-Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Kamran Karim - Maria-Hilf-Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Stefanos Papadoukakis - Maria-Hilf-Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Maike Neutzer - Maria-Hilf-Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Thomas Krings - Maria-Hilf-Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland
Jens Westphal - Maria-Hilf-Krankenhaus, Alexianer Krefeld, Urologie, Kinderurologie, Urogynäkologie und Andrologie, Krefeld, Deutschland

Text

Einleitung: Metastasen innerhalb von fünf Jahren nach kurativ behandeltem pT1a/pT1b-papillärem Nierenzellkarzinom sind selten und werden in der Literatur in nur etwa 5% der Fälle beschrieben. Besonders Tumoren mit G1- oder G2-Grading gelten als prognostisch günstig. Der vorliegende Fall soll auf das mögliche Spätprogressionsrisiko auch kleiner, niedriggradiger Tumoren aufmerksam machen.

Methode: Die Patientendaten dieses Fallberichts wurden retrospektiv aus der elektronischen Krankenakte der behandelnden Klinik erfasst. Sämtliche Daten wurden anonymisiert und lassen keine Rückschlüsse auf die Patientenidentität zu.

Alle medizinischen Entscheidungen im Hinblick auf die Diagnostik und Therapie erfolgten auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt gültigen Leitlinienempfehlungen.

Ergebnisse: Ein 62-jähriger Patient stellte sich mit neu aufgetretenem Aszites und rechtsseitigem Pleuraerguss vor. CT-morphologisch bestand der Verdacht auf ein peritoneales Mesotheliom. Die Punktion ergab jedoch den Nachweis metastatischer Zellen eines drei Jahre zuvor kurativ resezierten papillären Nierenzellkarzinoms (pT1b pNX L0 V0 Pn0 R0 G2). Im interdisziplinären, uro-onkologischen Tumorboard wurde die Empfehlung zur Einleitung einer Immuntherapie gegeben, es wurde eine Entscheidung einer Kombinationstherapie mit Nivolumab/Cabozantinib getroffen.Die Therapie wurde gut toleriert, lediglich eine passagere immunvermittelte Diarrhoe Grad 2 trat auf. Nach drei Zyklen zeigte sich ein deutliches radiologisches Therapieansprechen mit Rückgang von Aszites und Pleuraerguss. Insgesamt wurden sechs Zyklen durchgeführt.

Schlussfolgerung: Der Fall unterstreicht die Bedeutung einer differenzialdiagnostischen Abklärung vermeintlicher Mesotheliome sowie die Relevanz interdisziplinärer Zusammenarbeit. Auch bei vermeintlich niedrigem Risikoprofil können Jahre nach kurativer Therapie Metastasierungen auftreten und sollten im klinischen Alltag berücksichtigt werden.