71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
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Real-world Daten zur neoadjuvanten und adjuvanten Therapie beim Urothelkarzinom: Ergebnisse der VERSUS-Studie von d-uo
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Einleitung: Das Urothelkarzinom (UC) ist der zweithäufigste urologische Tumor. Die Bedeutung der Versorgungsforschung wird zunehmend anerkannt, um die Ergebnisse ambulanter Tumortherapien zu erfassen und zu bewerten. Diese Analyse präsentiert aktuelle Daten zur perioperativen Therapie des UC aus der prospektiven VERSUS-Studie (VERSorgUngsStudie) von d-uo (Deutsche Uro-Onkologen).
Methode: Die VERSUS-Studie ist ein nicht-interventionelles, prospektives, multizentrisches nationales Register zur Dokumentation und deskriptiven statistischen Analyse der Diagnose, Behandlung und Nachsorge ambulanter uro-onkologischer Patienten, das 2018 mit der Rekrutierung begann. Hier untersuchen wir den Einsatz der neoadjuvanten systemischen Therapie (NAST) sowie der adjuvanten systemischen Therapie (AST) mit Chemotherapie oder Checkpoint-Inhibitoren (CPI) in einer bundesweiten, prospektiven Serie von Patienten mit UC im ambulanten Bereich.
Ergebnisse: Von den derzeit 31.419 Patienten, die in die VERSUS-Studie aufgenommen wurden, weisen 7.472 (23,7%) ein UC auf. Bis August 2025 unterzogen sich 457 von ihnen einer radikalen Zystektomie. Insgesamt erhielten 11,8% der Patienten eine NAST, die in 66,7% der Fälle aus einer Chemotherapie bestand. AST wurde bei 10,9% der Patienten verabreicht, von denen 80% eine Chemotherapie und 18% eine CPI erhielten. Bei lymphknotenpositiven Patienten wurde AST in 26,1% der Fälle verabreicht. Das vorherrschende Tumorstadium, in dem eine perioperative systemische Therapie erfolgte, war sowohl bei NAST als auch bei AST T2 (37% bzw. 46%).
Schlussfolgerung: Sowohl NAST als auch AST scheinen in einer aktuellen, prospektiven, ambulanten Kohorte von Patienten mit UC im Vergleich zu entsprechenden Daten aus der Literatur und im Hinblick auf Leitlinienempfehlungen zu selten verabreicht zu werden.



