71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Inzidentelles B-Zell-Lymphom mit CLL-Phänotyp nach TUR-P: seltener Fall eines lymphoiden Tropismus
Text
Einleitung: Lymphatisches Gewebe in der Prostata ist ungewöhnlich und hat zumeist eine harmlose Ursache. Eine Infiltration durch chronische lymphatische Leukämie (CLL) oder kleinzelliges lymphozytisches Lymphom (SLL) stellt eine extreme Rarität dar (<1% aller Prostataneoplasien). Wir stellen einen Fall vor, bei dem im Material einer transurethralen Prostataresektion (TUR-P) lymphtisches Infiltrat mit den Merkmalen eines kleinen B-Zell-Lymphoms vom Typ der CLL unerwartet nachgewiesen wurde. Der Patient litt an benignen Prostatahyperplasie und Miktionsstörungen.
Methode: Ein 66-jähriger Patient wurde wegen therapieresistenter Miktionsstörungen einer transurethralen Prostataresektion zugeführt. Krankheitsbild, Operationsdurchführung und postoperative Versorgung wurden beschrieben. Das Resektat wurde histologisch und immunzitiert (ICC) untersucht. Die Diagnose wurde von einem Hämatopathologischen Referenzzentrum (Lübeck) bestätigt.
Ergebnisse: Die TUR-P verlief komplikationslos. Histologisch sah man floride benigne Prostatahyperplasie mit chronischer Entzündung sowie multiple kleine B-Zell-Aggregate. Immunhistochemisch: CD20 +, CD5 +, CD23 +, LEF-1 +, teils Cyclin-D1 +, Ki-67 10–15%, CD10 -. Kein Karzinom , keine Amyloidablagerungen. Die Veränderungen stehen in Einklang mit einem kleinen B-Zell-Lymphom vom CLL/MBL-Typ. Eine im Nachgang durchgeführte CT zeigte lediglich bekannte Veränderungen (Atrophie der linken Niere, D. Kosm.) Keine Zeichen einer systematischen CLL
Schlussfolgerung: Lymphomartige B-Zell-Infiltrate in der Prostata sind selten, aber können ein häufiger Zufallsbefund in TUR-P-Resektaten sein. Die differenzierte histologische und immunhistochemische Diagnostik ist essenziell, um Verwechslungen mit Prostatakarzinom zu vermeiden und den Patienten vor unnötiger onkologischer Therapie zu schützen. Urologen, Pathologen und Hämatologen benötigen die Diagnostik umgangs- und weiterführend für die Behandlung des Patienten.



