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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Adipositas und Systemtherapie beim Prostatakarzinom

Analena Handke - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Matteo Silberg - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Christopher Orf - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Christian Loeffelholz - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Joachim Noldus - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Peter Bach - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Sebastian Berg - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Florian Roghmann - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland
Karl Tully - Marien Hospital Herne - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie, Herne, Deutschland

Text

Einleitung: Die Prävalenz von Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²) nimmt in den letzten Jahren stetig zu und wird zudem zunehmend als relevanter Faktor für die Tumorbiologie und die Therapieergebnisse urologischer Malignome erkannt. Beim Prostatakarzinom (PCa) gilt Adipositas als potenziell ungünstiger prognostischer Faktor. Studien zum Einfluss des Körpergewichts auf den Therapieerfolg, insbesondere beim metastasierten Prostatakarzinom, sind jedoch selten, sodass der Einfluss aktuell weiterhin unklar ist. Ziel dieser Studie war es daher, den Zusammenhang zwischen Adipositas und dem Überleben bei Patienten mit metastasiertem PCa zu analysieren.

Material & Methoden: Es wurden retrospektiv 158 Patienten mit metastasiertem PCa eingeschlossen, die zwischen 2017 und 2025 an einem universitären Hochvolumen-Zentrum systemisch behandelt wurden. Die Einteilung erfolgte anhand des BMI (< 30 vs. ≥ 30 kg/m²). Klinische und therapeutische Daten wurden erhoben; das Gesamtüberleben wurde zum 36-Monats-Zeitpunkt mittels der „restricted mean survival time“ (RMST) verglichen.

Ergebnisse: Von allen PCa-Patienten waren 22,8% adipös. Das mediane Follow-up betrug 27 Monate. Adipöse Patienten zeigten zur 36-Monats-Landmark eine ungünstigere RMST als nichtadipöse Patienten (28.5 vs. 33.6 Monate; p = 0,027). Zwischen den Gruppen bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Ausgangscharakteristika, PSA-Werte sowie Infektparameter oder Metastasierungsmuster.

Schlussfolgerung: Beim metastasierten Prostatakarzinom war Adipositas mit schlechteren Überlebensraten unter systemischer Therapie assoziiert. Die beobachteten Unterschiede im Überleben könnten auf zugrunde liegende, klinisch nicht erfassbare Mechanismen – etwa metabolische, hormonelle oder immunologische Veränderungen – zurückzuführen sein und sollten ein Ansatzpunkt für zukünftige Studien darstellen.