71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Bildgebung und Therapie der prostataspezifischen sauren Phosphatase mittels [⁶⁸Ga]Ga-OncoACP3 und [¹⁷⁷Lu]Lu-OncoACP3 bei Prostatakarzinompatienten
Text
Einleitung: Die PSMA-gerichtete Theranostik hat die Behandlung des Prostatakarzinoms (PCa) wesentlich verändert, bei jedoch variabler PSMA-Expression und relevanter Anreicherung in Speicheldrüsen und Nieren zeigen sich Limitationen. Die prostataspezifische saure Phosphatase (ACP3) stellt eine konsistent exprimierte Zielstruktur mit minimaler extraprostatischer Expression dar. Ziel dieser Arbeit war die erstmalige klinische Evaluation des ACP3-gerichteten PET-Tracers [68Ga]Ga-OncoACP3 sowie die Durchführung erster Radioligandentherapien mit [177Lu]Lu-OncoACP3.
Methode: Es wurde eine retrospektive Analyse von 25 PCa-Patienten durchgeführt, bei denen sowohl [68Ga]Ga-OncoACP3 – als auch [18F]PSMA-1007-PET vorlagen. Biodistribution und Tumoranreicherung wurden quantitativ verglichen. Ein Tracer wurde als überlegen definiert, wenn er >10% mehr Läsionen detektierte oder konsistent >50% höhere SUVmax-Werte aufwies. Zudem erfolgte eine Auswertung von vier Patienten, die nach Vorbehandlung mit [177Lu]Lu-PSMA-617 insgesamt neun Zyklen [177Lu]Lu-OncoACP3 (2,4–7,4 GBq) erhielten.
Ergebnisse: [68Ga]Ga-OncoACP3 zeigte im Vergleich zu [18F]PSMA-1007 eine signifikant niedrigere Hintergrundaktivität in Speicheldrüsen und Nieren (alle p < 0,002) bei vergleichbarer Tumoranreicherung. In 11/25 Fällen war [68Ga]Ga-OncoACP3, in 8/25 [18F]PSMA-1007 überlegen. [177Lu]Lu-OncoACP3 wies in allen vier behandelten Patienten ein günstiges Dosisprofil auf; bei mindestens einem Patienten wurde ein deutliches therapeutisches Ansprechen beobachtet. Es zeigten sich keine schwerwiegenderen Nebenwirkungen.
Schlussfolgerung: [68Ga]Ga-OncoACP3 ermöglicht eine spezifische und kontrastreiche Darstellung von PCa-Läsionen bei signifikant reduzierter Anreicherung in kritischen Organen. In Kombination mit den ersten positiven Therapieergebnissen bestätigt dies ACP3 als ein vielversprechendes theranostisches Zielmolekül für zukünftige Anwendungen in der personalisierten PCa-Diagnostik und -Therapie.



