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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Präklinische Evaluation der Kombinationstherapie von [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA mit L19IL2 im Prostatakarzinom Model

Konstantin Egon Seifert - Uniklinik Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland; European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland
Katrin Schlack - Uniklinik Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland
Lars Schiefelbein - European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland
Sven Hermann - European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland
Rahbar Kambiz - Uniklinik Münster, Klinik für Nuklearmedizin, Münster, Deutschland
Florian Büther - European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland; Uniklinik Münster, Klinik für Nuklearmedizin, Münster, Deutschland
Martin Bögemann - Uniklinik Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland
Michael Schäfers - European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland; Uniklinik Münster, Klinik für Nuklearmedizin, Münster, Deutschland
Andres Jan Schrader - Uniklinik Münster, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Münster, Deutschland
Cristina Barca - European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland
Philipp Backhaus - European Institute for Molecular Imaging, Münster, Deutschland; Uniklinik Münster, Klinik für Nuklearmedizin, Münster, Deutschland

Text

Einleitung: Das Prostatakarzinom gilt als immunologisch „kalter“ Tumor, wodurch Immuntherapien bisher wenig wirksam waren. Die Radioligandentherapie mit [177Lu]Lu-PSMA (PSMA RLT) zeigt klinischen Nutzen, jedoch begrenzte Dauerwirkung. L19IL2, gerichtet gegen die Extradomäne-B von Fibronektin (EDB-FN), könnte durch gezielte Immunaktivierung synergistische Effekte ermöglichen. Diese Studie untersucht die Kombination von [177Lu]Lu-PSMA und L19IL2 im präklinischen Prostatakarzinom-Modell.

Methodik: 28 männliche C57BL/6 Mäuse mit RM1-PGLS Tumoren wurden in 4 Versuchsgruppen (PSMA RLT + L19IL2 (G1); PSMA RLT (G2); L19IL2 (G3); Kontrolle (G4)) randomisiert. Ab 7 mm Tumorgröße wurde PSMA RLT i.v. (Mean 20.7 ± 1MBq) oder NaCl i.v. und an Tagen 1, 3 und 5 L19IL2 s.c. oder NaCl s.c. appliziert. Folgend wurde von 2 verblindeten Untersuchern täglich die Tumorgröße mittels Messschieber und das Gewicht bestimmt. Endpunkt der Versuche war eine Tumorgröße von 15 mm. Das Therapieansprechen wurde mittels Tumorwachstum und Überleben (OS) analysiert. Die Belastung mittels Score Sheet und Gewicht.

Ergebnisse: Von den 28 Mäusen wurden 2 Tiere aufgrund von fehlendem Tumorwachstum ausgeschlossen und nicht behandelt. Es zeigte sich ein Signifikanter Unterschied (p=0.04) im Tumorwachstum zwischen den Gruppen. Das Mediane OS betrug in den Gruppen 8 in der L19Il2, 12 in der Kontroll, 14 in der PSMA RLT und 16 Tage PSMA RLT + L19IL2 Gruppe. Die Gewichtsveränderungen unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen.

Schlussfolgerung: Die Kombination aus [177Lu]Lu-PSMA und L19IL2 führte im präklinischen Prostatakarzinom-Modell zu einer signifikanten Tumorwachstumshemmung und verlängertem Überleben im Vergleich zu Monotherapien und Kontrolle. Dies weist auf einen synergistischen Effekt zwischen Radioligandentherapie und gezielter Immunstimulation hin und unterstützt die weitere präklinische sowie potenziell klinische Evaluation dieser Strategie.