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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Schließen der diagnostischen Lücke: Ein neuartiger, minimal-invasiver Biomarker zur Unterscheidung von chromophoben Nierenzellkarzinom und Onkozytom

Paul Constantin Bothe - Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Finn Berg - Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Bianca Bouillon - Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Melanie Freifrau von Brandenstein - Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Axel Heidenreich - Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Enno Storz - Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie, Köln, Deutschland
Ralph Wirtz - STRATIFYER Molecular Pathology GmbH, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Das Nierenzellkarzinom (RCC) umfasst eine heterogene Gruppe von Nierentumoren, darunter das chromophobe RCC (chRCC) und das gutartige Onkozytom, die sich morphologisch und radiologisch ähneln, sich jedoch hinsichtlich der klinischen Behandlung und Prognose erheblich unterscheiden. Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Entitäten ist von entscheidender Bedeutung, da das chRCC bösartig ist, während das Onkozytom gutartig ist. Allerdings ist es sowohl mit bildgebenden Verfahren als auch mit konventioneller Histopathologie oft schwierig, eine definitive Diagnose zu stellen. Der neuartige nicht-invasive Biomarker bietet nun eine vielversprechende Lösung für diese seit langem bestehende diagnostische Herausforderung.

Methode: Aus unserer lokalen Biobank wurden n = 462 Urinproben in die Analyse einbezogen. Davon wurden n = 286 mit ccRCC, n = 68 mit chRCC, n = 49 mit papRCC, n = 49 mit Onkozytom diagnostiziert und n = 10 wurden als Kontrollen (ohne Tumorerkrankung) verwendet. Ein kompetitiver Cy5-Peptid-basierter Mxi-2-ELISA wurde unter Verwendung von Urinproben etabliert. Für die Färbung der FFPE-Gewebeproben wurde das Cy5-Mxi-2-Peptid verwendet. Kurz gesagt wurden die Proben 10 Minuten lang in Xylol entparaffiniert, gefolgt von einer weiteren 10-minütigen Behandlung mit Ethanol in abnehmender Konzentration. Schließlich wurden die Proben eine Stunde lang im Dunkeln mit Cy5-Mxi-2-Peptid inkubiert und mit DAPI gegengefärbt.

Ergebnisse: Obwohl einige überlappende Werte beobachtet wurden, war ein signifikanter Unterschied in den Mxi-2-Spiegeln zwischen allen RCC-Subtypen und Onkozytomen feststellbar (p < 0,0001). Die Färbung der FFPE-Proben bestätigte die ELISA-Ergebnisse eindeutig. Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse das Potenzial der Mxi-2-Analyse für eine verbesserte Unterscheidung zwischen RCC-Subtypen und Onkozytomen. Die Messungen ergaben Werte von 188,813 ng/µl für Onkozytome, 194,726 ng/µl für chRCC, 191,458 ng/µl für papilläre RCC und 193,15 ng/µl für ccRCC.

Schlussfolgerung: Der neu entwickelte Mxi-2-Peptid-basierte ELISA kann vor Bildgebung und Operation angewendet werden und liefert zuverlässige Informationen zur Unterscheidung von Onkozytom und chRCC, wodurch unnötige chirurgische Eingriffe potenziell reduziert werden können. Darüber hinaus könnte die Cy5-basierte Immunfluoreszenztechnik auf FFPE-Gewebeschnitten Pathologen erheblich unterstützen, insbesondere in Grenzfällen und diagnostisch schwierigen Fällen.