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- 71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
- Prognostische Relevanz des modifizierten Glasgow Prognostic Score bei Patienten unter Therapie mit Enfortumab vedotin + Pembrolizumab
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
16.-17.04.2026
Essen
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Prognostische Relevanz des modifizierten Glasgow Prognostic Score bei Patienten unter Therapie mit Enfortumab vedotin + Pembrolizumab
Text
Einleitung: Enfortumab vedotin (EV) + Pembrolizumab ist derzeit die Erstlinientherapie beim metastasierten Urothelkarzinom. Die Identifikation prognostischer Faktoren bleibt entscheidend, um neben konventionellen Staging-Untersuchungen Therapieansprechen und Überleben realistisch einzuschätzen.
Methode: In dieser multizentrischen retrospektiven Analyse wurden Patienten, die EV + Pembrolizumab erhielten, anhand des modifizierten Glasgow Prognostic Score (mGPS) evaluiert. Der mGPS wurde anhand der Laborparameter C-reaktives Protein (CRP) und Serumalbumin bestimmt (mGPS = 0: CRP ≤ 10 mg/L; mGPS = 1: CRP > 10 mg/L und Albumin ≥35 g/L; mGPS = 2: CRP > 10 mg/L und Albumin < 35 g/L).
Ergebnisse: In einer Kohorte von 305 Patienten zeigte der mGPS eine signifikante Assoziation sowohl mit dem Gesamtüberleben (OS) als auch dem progressionsfreien Überleben (PFS; jeweils p < 0.001). Das mediane OS wurde in GPS 0 nicht erreicht, betrug 33 Monate für GPS 1 und 12 Monate für GPS 2. Das mediane PFS lag bei GPS 0 bei 19 Monaten, bei GPS 1 bei 9 Monate und bei GPS 2 bei 6 Monate. In der univariablen Cox-Regression war das Sterberisiko im Vergleich zu mGPS 0 bei mGPS 1 (HR 2.6; 95% KI 1.3–5.1; p = 0.005) und mGPS 2 (HR 4.0; 95% KI 1.8–8.8; p < 0.001) deutlich erhöht. Auch das PFS war für mGPS 1 (HR 3.7; 95% KI 1.6–8.5; p = 0.002) und mGPS 2 (HR 6.3; 95% KI 2.6–15.3; p < 0.001) im Vergleich zu mGPS 0 signifikant schlechter. In der multivariablen Cox-Regression, adjustiert für Alter, ECOG und Lebermetastasen, blieb der mGPS ein unabhängiger prognostischer Faktor. Für das PFS waren mGPS 1 (HR 2.72; p = 0.009) und mGPS 2 (HR 4.07; p < 0.001) weiterhin mit einem signifikant erhöhten Progressionsrisiko assoziiert. ECOG war für OS und PFS zudem ein signifikanter unabhängiger Prädiktor.
Schlussfolgerung: Der mGPS zeigte eine deutliche prognostische Relevanz für OS und PFS bei Patienten unter Therapie mit EV + Pembrolizumab.



