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71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie

Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Urologie e. V.
16.-17.04.2026
Essen

Meeting Abstract

Bewertung des MODAPLEX-Multiplex-mRNA-Assays beim muskelinvasiven Urothelkarzinom: Vergleich des Therapieansprechens nach neoadjuvanter Chemotherapie

Patricia Rausch - Marien Hospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie und Neurourologie, Herne, Deutschland
Jens Christmann - Institut für Pathologie, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
Claus Küpper - Marien Hospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie und Neurourologie, Herne, Deutschland
Mirco Brehmer - Marien Hospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie und Neurourologie, Herne, Deutschland
Cornelia Hoppe - BIOTYPE GmbH, Dresden, Deutschland
Robert Braun - BIOTYPE GmbH, Dresden, Deutschland
Niklas Klümper - Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Bonn, Deutschland
Markus Eckstein - Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland
Christian Bolenz - Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Ulm, Deutschland
Andrea Tannapfel - Institut für Pathologie, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
Karl Tully - Marien Hospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie und Neurourologie, Herne, Deutschland
Florian Roghmann - Marien Hospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Urologie und Neurourologie, Herne, Deutschland

Text

Einleitung: Die neoadjuvante Chemotherapie (NAC) mit Gemcitabin und Cisplatin erzielt beim muskelinvasiven Urothelkarzinom der Harnblase (MIBC) nur begrenzte pathologische Komplettremissions (pCR)-Raten und ist bei Nichtansprechen prognostisch ungünstig. Untersucht wurden die Leistungsfähigkeit des MODAPLEX-Multiplex-mRNA-Systems in gepaarten TUR- und Post-NAC-Zystektomieproben sowie molekulare Expressionsmuster in Assoziation mit dem Therapieansprechen.

Methode: Zwanzig gepaarte TUR- und Zystektomie-FFPE-Proben von MIBC-Patienten nach NAC wurden analysiert. Nach RNA-Extraktion (RNeasy FFPE Kit) wurde die Genexpression mit der MODAPLEX-Plattform (BIOTYPE GmbH) bestimmt. Die Multiplex-Assays BladderXpress (BX) und TargetXpress (TX) umfassten Referenzgene wie CALM2 sowie therapieassoziierte Gene wie HER2 und NECTIN-4. ΔCt-Werte relativ zu CALM2 dienten der Bewertung der Assay-Kongruenz. Das pathologische Ansprechen wurde per TNM-Klassifikation definiert (pCR: ypT0N0; Non-Responder: >ypT1) und die mRNA-Profile wurden zur Identifikation molekularer Muster analysiert, die mit NAC-Resistenz bzw. unzureichendem Therapieansprechen assoziiert sind.

Ergebnisse: Alle Proben zeigten eine reproduzierbare Amplifikation der Referenzgene und die hohe Übereinstimmung zwischen BX- und TX-Panels bestätigte die quantitative Zuverlässigkeit des Multiplex-Ansatzes (r>0,999 für CALM2). Die gepaarten TUR- und Zystektomieproben wiesen heterogene, aber stabile Transkriptprofile auf. Explorativ ergaben sich transkriptionelle Unterschiede zwischen Respondern und Non-Respondern, insbesondere bei therapieassoziierten Markern: Patienten mit Downstaging zeigten eine höhere HER2-Expression (niedrigere ΔΔCt-Werte; rs = 0,4279; p = 0,0235), während Non-Responder ohne Downstaging eine erhöhte Transkriptionslast (Σ|ΔΔCt|; rs = -0,4531; p = 0,0171) aufwiesen. Diese Ergebnisse weisen auf molekulare Unterschiede hin, die mit dem Therapieansprechen assoziiert sein könnten.

Schlussfolgerung: Diese Analyse bestätigt die Durchführbarkeit von Multiplex-mRNA Assays und zeigt, dass reproduzierbare Expressionsprofile zur Identifizierung therapieassoziierter transkriptioneller Unterschiede zwischen Respondern und Non-Respondern nach NAC genutzt werden können, was das Potenzial molekularer Profile für präzisionsonkologische Stratifizierung unterstreicht und größere, unabhängige Validierungsstudien erforderlich macht.