71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
Ansprechen bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom unter vorausgegangener systemischer Therapie
Text
Einleitung: Neoadjuvante Systemtherapien können Operationen beim lokal fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (RCC) erleichtern und Tumoren verkleinern, allerdings fehlen prospektive Daten. Diese retrospektive Analyse bewertet bildgebende und pathologische Therapieantworten, die operative Durchführbarkeit sowie die Sicherheit bei nicht-metastasierten RCC-Patienten, die vor der Nephrektomie (Nx) eine Induktionstherapie erhielten.
Methode: Eingeschlossen wurden 17 Patienten, die zwischen 07/2019 und 02/2025 eine Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (CPI), Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) oder CPI+TKI vor partieller oder radikaler Nx erhielten. Patienten mit Fernmetastasen wurden ausgeschlossen. Bewertet wurde das radiologische und pathologische Tumoransprechen inkl. Mayo-Klassifikation des Tumorthrombus, sowie operative und postoperative Ereignisse.
Ergebnisse: Die Kohorte bestand aus 12 Männern und 5 Frauen (Ø 65 Jahre), 94% mit klarzelligem RCC. 88% erhielten eine Kombinationstherapie, zwei Patienten eine TKI-Monotherapie. Die mediane Behandlungsdauer lag bei sieben Monaten. Die mediane Tumorreduktion betrug 27,1%, unter CPI+TKI 29,1%. Bei der Hälfte der Patienten mit Tumorthrombus zeigte sich eine Reduktion des Mayo-Levels. Der mediane Anteil vitaler Tumorzellen lag bei 30%. Drei Patienten (17,6%) erreichten eine komplette pathologische Remission (ypT0); ein Downstaging erfolgte bei 53%. Alle Operationen wurden erfolgreich durchgeführt (median 244 min). Schwere postoperative Komplikationen (Clavien-Dindo ≥ III) traten bei drei Patienten (17,6%) mit Tumorthrombus auf. Das mediane krankheitsfreie Überleben betrug 28 Monate.
Schlussfolgerung: Die systemische Induktionstherapie – besonders CPI+TKI – ist bei lokal fortgeschrittenem RCC durchführbar und sicher. Sie führt zu relevanten radiologischen und pathologischen Therapieantworten, erleichtert die operative Resektion, auch bei Tumorthromben, und könnte langfristige Ergebnisse verbessern.



