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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Unterschiedliche Ausgestaltung der Landarztquoten-Zulassungsverfahren in Deutschland – Implikationen für die Forschung
Text
Hintergrund: Seit 2019 wurden zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum in elf deutschen Bundesländern „Landarztquoten“ eingeführt, welche gegen Verpflichtung zur späteren zehnjährigen fachärztlichen Tätigkeit in unterversorgten Gebieten die Zulassung von bis zu 8% der Medizinstudierenden über eine Vorabquote ermöglichen. Die Gestaltung der Auswahlverfahren ist dabei keineswegs einheitlich und könnte zu substanziellen Unterschieden der ausgewählten Studierendenkollektive führen. Eine systematische Übersicht der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Auswahlverfahren als Ausgangspunkt für künftige Forschung zum Thema existiert bisher nicht.
Zielsetzung/Fragestellung: Die Arbeit zielt darauf ab, die heterogene Ausgestaltung der Landarztquoten erstmals systematisch vergleichend zu analysieren und Implikationen für Lehre und Forschung herauszuarbeiten.
Material & Methoden: Strukturierte Recherche und Analyse von Internetdokumenten inkl. Verordnungen und Gesetzestexten mit unabhängiger paralleler Datenextraktion nach definierten Kriterien durch zwei in die Betreuung von Landarztquotenstudierenden involvierte Wissenschaftlerinnen.
Ergebnisse: Während fast alle Bundesländer in zwei Auswahlschritten Rangfolgen bilden (Schritt 1: formale Kriterien, Schritt 2: gesprächsbasierte Erfassung von Motivation und Eignung), unterscheiden sich die Verfahren deutlich im Hinblick auf die Auswahlkriterien und deren Gewichtung (z.B. Abiturnote, Studieneignungstest, Berufsausbildung, Umsetzung der Auswahlgespräche). Maßnahmen zur Unterstützung und Betreuung der Landarztquotenstudierenden im Studium sind in vielen Bundesländern bisher nicht vorgesehen, in einigen existieren freiwillige, selten verpflichtende Angebote oder Begleitcurricula. Unterschiede bestehen auch hinsichtlich der Auswahloptionen unterschiedlicher Fachgebiete und des späteren Arbeitsortes.
Diskussion: Die Bundesländer wählen die Landarztquotenstudierenden substanziell unterschiedlich aus und unterscheiden sich relevant hinsichtlich wichtiger Rahmenbedingungen und flankierender Maßnahmen. Diese Unterschiede sollten bei der Evaluation des Maßnahmenerfolgs und der Diskussion von Studienergebnissen aus einzelnen Bundesländern berücksichtigt werden. Gleichzeitig ergeben sich Ansatzpunkte für künftige Forschung.
Take Home Message für die Praxis: Aus der substanziellen Heterogenität der Landarztquoten-Auswahlverfahren der Bundesländer ergeben sich wichtige Implikationen für die notwendige Begleitforschung.
Interessenkonflikte: Keine



