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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Die Landarztquote als Baustein zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung: der Status quo in Frankfurt und Marburg
Text
Hintergrund: In Hessen wurde die sog. „Landarztquote (LAQ)“ zum Wintersemester 2022/2023 eingeführt.
In diesem Beitrag werden die Startbedingungen und Studienleistungen der ersten beiden Kohorten Frankfurter und Marburger LAQ-Studierender illustriert und die zukünftig zu erwartenden Entwicklungen zur Diskussion gestellt.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Eingangsvoraussetzungen bringen die über die LAQ zugelassenen Studierenden mit?
Wie stellt sich der Status quo der Studienleistungen an den Standorten Frankfurt und Marburg dar?
Material & Methoden: Es wird auf Evaluationsdaten der hessischen „Studienplatzquote Medizin“ zurückgegriffen. Vorgestellt werden Daten der LAQ-Studierenden sowie der interessierten Teilnehmenden am Schwerpunktcurriculum HeLaMed aus dem Bewerbungsprozess, zu den Studienleistungen an den Standorten Frankfurt und Marburg, die M1-Ergebnisse sowie Daten aus begleitenden Primärerhebungen.
Ergebnisse: Die Daten aus der LAQ-Bewerbungsphase deuten auf eine gegenüber der Hauptzulassung vergleichsweise niedrige formale Studierfähigkeit bzw. fehlende Belege für diese hin, aber auch auf eine hohe Motivation dieser Studierenden (Ergebnisse der Multiplen Mini-Interviews in der zweiten Stufe des LAQ-Auswahlprozesses). Die Primärerhebungen zeigen eine hohe zusätzliche Belastung durch (Neben-)Erwerbstätigkeit. Die Studienleistungsdaten lassen erkennen, dass LAQ-Studierende größere Schwierigkeiten haben, das Studium erfolgreich zu meistern, was sich durch eine längere Studiendauer sowie erhöhte Studienabbruchquoten zeigt. Die HeLaMed-Teilnehmenden aus der Regelzulassung haben regelhaft keine nennenswerten Schwierigkeiten im Studienprogress.
Diskussion: Die festgestellten Studienleistungen der LAQ-Studierenden sind wohl am ehesten mit denen der (abgeschafften) Wartezeitquote zu vergleichen.
Wie können Studierende unterstützt und die LAQ bestmöglich ausgestaltet werden, so dass das Ziel der Stärkung der hausärztlichen Versorgung erreicht wird?
Gibt es ein Mindestmaß an formaler Studierfähigkeit, unterhalb dessen eine bevorzugte Zulassung anstelle anderer Studierender womöglich eher schadet?
Take Home Message für die Praxis: Die heterogenen Erfahrungen bestätigen: Der Erfolg einer LAQ kann sich nicht über Bewerbungsanzahl oder Ausschöpfung der Studienplätze definieren. Vielmehr sind flächendeckende Evaluationen ein wichtiger Erfolgsgarant, indem sie Herausforderungen frühzeitig sichtbar und auf guter Datengrundlage adäquate Handlungskonsequenzen ableitbar machen. Die Erfahrungen mit interessierten HeLaMed-Teilnehmenden der Regelzulassung sind durchweg positiv.
Interessenkonflikte: Keine



