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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

KV-Bereitschaftsdienstpraxen als Teil der großstädtischen Notfallversorgung – wer sucht sie auf und aus welchen Gründen? Erste Ergebnisse einer Befragungsstudie aus Erfurt

Constanze Eidner - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
Jutta Bleidorn - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
Florian Wolf - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Notfallversorgung in Deutschland steht angesichts überlasteter Notaufnahmen und zunehmender Inanspruchnahme ärztlicher Bereitschaftsdienstpraxen vor strukturellen Herausforderungen. Während die Gründe für das Aufsuchen von Notaufnahmen gut untersucht sind (u. a. Soziodemografie, Dringlichkeit, Terminaspekte, individuelle Gesundheitskompetenz), sind Patient:innenklientel und Motive in Bereitschaftsdienstpraxen bislang unzureichend erforscht. Dies ist besonders relevant im Kontext geplanter Reformen zur stärkeren Vernetzung von Notaufnahmen und KV-Praxen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist die Untersuchung der Inanspruchnahme von KV-Bereitschaftsdienstpraxen sowie der zugrunde liegenden Konsultationsmotive exemplarisch anhand der zwei KV-Praxen in Erfurt. Dabei sollen eine Charakterisierung des Patient:innenklientels und eine Analyse von Subgruppenunterschieden erfolgen.

Material & Methoden: Für die quantitative Befragungsstudie wird ein dreiteiliger, anonymisierter, mehrsprachiger Papierfragebogen eingesetzt. Dieser wurde überwiegend selbst entwickelt, vorab pilotiert und mit Personal sowie Patient:innen diskutiert. Der Teil für die Patient:innen (zwei weitere Teile für das Personal; Auswertung dieser Daten in nachfolgender Analyse) wird während der Wartezeit in der KV-Praxis ausgefüllt. Er umfasst neben soziodemografischen Daten und Inanspruchnahmemotiven ein standardisiertes M-POHL(WHO)-Instrument (HLS19-Q12) zur Erhebung der Gesundheitskompetenz. Geplant sind deskriptive, Korrelations- und multivariate Analysen (SPSS). Erhebungszeitraum: 3 Monate (02–04/2026); Zielgröße: ≥200 vollständige Datensätze.

Ergebnisse: Die ersten Ergebnisse liegen zum Tagungszeitpunkt vor und beschreiben das Patient:innenklientel hinsichtlich soziodemografischer, krankheitsbezogener und versorgungsstruktureller Faktoren, individueller Inanspruchnahmemotive sowie des Gesundheitskompetenzniveaus.

Diskussion: Die Ergebnisse werden im Vergleich zur aktuellen Literatur aus Notaufnahmen, vor dem Hintergrund geplanter gesundheitspolitischer Reformen und im Hinblick auf Verbesserungspotenzial bei Patienteninformation und -steuerung für die sektorenübergreifende Notfallversorgung in Deutschland diskutiert.

Take Home Message für die Praxis: folgen.

Interessenkonflikte: Constanze Eidner erhält als Doktorandin eine individuelle Personenförderung der KV-Thüringen (Reisekosten).

Darüber hinaus bestehen keine Interessenkonflikte.