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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Navigation von Patient:innen mit sozialen Bedarfen in der hausärztlichen Versorgung mithilfe einer webbasierten Datenbank lokaler sozialer Dienste (NaviPAD)

Anne Schrimpf - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
Annett Bräsigk - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
Stefanie Fischer - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
Markus Bleckwenn - Universität Leipzig, Institut für Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland

Text

Hintergrund: Primärversorger sind zunehmend gefordert, soziale Bedarfe ihrer Patient:innen (PA) zu adressieren. Gleichzeitig sind soziale Dienste in Deutschland stark fragmentiert, was die Koordination von Versorgung erschwert. Hausärzt:innen (HÄ) fehlt eine zentrale, aktuelle Übersicht regionaler sozialer Beratungsstellen und Unterstützungsangebote. Das Projekt NaviPAD zielt darauf ab, eine webbasierte Datenbank zu entwickeln, die es HÄ ermöglicht, adressatengerechte Angebote schnell zu ermitteln und diese Informationen an betroffene PA auszugeben.

Zielsetzung/Fragestellung: Welche sozialen Bedarfe treten in der hausärztlichen Versorgung am häufigsten auf und welche funktionalen Anforderungen und Erwartungen haben Nutzende an eine Datenbank, die lokale Beratungs- und Unterstützungsangebote beinhaltet?

Material & Methoden: Zur zielgruppenspezifischen Ausgestaltung der Datenbank wurden Fokusgruppen mit HÄ, medizinischen Fachangestellten, PA, Sozialarbeitenden und anderen Versorgern durchgeführt. Darin wurden zentrale Anforderungen und einheitliche Begriffe für die Datenbank erarbeitet. Die qualitativen Daten wurden mittels strukturierter Inhaltsanalyse ausgewertet. Auf dieser Basis wird die Datenbank partizipativ entwickelt.

Ergebnisse: Auf der Konferenz werden erste Ergebnisse aus den Fokusgruppen zu Anforderungen an eine solche Datenbank vorgestellt. Bis zum Abschluss des Projekts im Jahr 2027 soll die Datenbank bereitgestellt werden, die sowohl auf die Bedürfnisse ländlicher als auch städtischer hausärztlicher Praxen zugeschnitten sein soll. Die Datenbank soll HÄ eine intuitive Navigation sowie eine strukturierte Suchfunktion mit Filtern (z. B. Postleitzahl, Nähe, Barrierefreiheit und Sprache) ermöglichen, wodurch eine individuelle, regionsspezifische Suche nach passenden Angeboten erleichtert werden soll. Das Modellprojekt wird mit vier sächsischen Landkreisen umgesetzt.

Diskussion: Eine webbasierte Datenbank könnte die Fragmentierung lokaler sozialer Dienste wirksam überwinden und HÄ sowie andere Gesundheitsfachkräfte bei der Recherche nach passgenauen Angeboten unterstützen. Dadurch erwarten wir eine Entlastung der HÄ. Langfristig soll das System bundesweit adaptierbar und auch in weitere Bereiche der medizinischen Versorgung übertragbar sein.

Take Home Message für die Praxis: Eine Datenbank kann HÄ dabei unterstützen, PA mit sozialen Anliegen gezielt an lokale Angebote zu vermitteln.

Interessenkonflikte: Die Autor:innen haben keine Interessenskonflikte.