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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Patient-reported Outcomes unter Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin: Prospektive Prä-Post-Daten aus einer allgemeinmedizinischen Hochschulambulanz
Text
Hintergrund: Die Inanspruchnahme komplementär- und integrativmedizinischer Verfahren wie Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist in der Bevölkerung kontinuierlich hoch. Zugleich hat die Studienlage in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und an methodischer Robustheit gewonnen. Parallel dazu etablieren sich im deutschsprachigen Raum universitäre Hochschulambulanzen (HSA) mit diesem Schwerpunkt.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Effekte hat die Behandlung in einer allgemeinmedizinischen HSA mit den Methoden der TCM auf den Beschwerdeverlauf der Patient:innen?
Material & Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Evaluation im Prä-Post-Design wurden alle Patient:innen zwischen 2019 und 2025 befragt. Die Datenerhebung erfolgte vor Beginn (t0) sowie nach Abschluss des Behandlungszyklus (t1) mithilfe des MyMop2-Fragebogens zur Erfassung der Konsultationsanlässe (codiert nach ICPC-Klassifikation), Alltagsaktivität und des allgemeinen Wohlbefindens; ergänzt um Fragen zu Soziodemografie, Erwartungen, Zufriedenheit und vegetativen Symptomen nach TCM. Die Auswertung erfolgt mittels deskriptiver Statistik und gepaarter t-tests auf Basis der vollständig vorliegenden Datensätze.
Ergebnisse: Bis Ende 2025 wurden n=215 Patient:innen (71,6% weiblich) im Alter von 4-89 Jahren (M=48,1; SD=18,1) eingeschlossen. Die mittlere Anzahl an Behandlungen betrug 8,59 Sitzungen (SD=6,15; Range=1-38). Fast zwei Drittel (63,7%) erhielten auch eine Arzneimitteltherapie nach TCM. Für die Prä-Post-Analyse lagen n=109 ausgefüllte Datensätze vor (Rücklauf t1: n=111, 51%; davon n=2 leer). Die häufigsten Konsultationsanlässe waren muskuloskelettale (40,7%), neurologische (39,3%) und unspezifische Beschwerden (22,9%) von starker Intensität (M=1,82, SD=1,25, 7-stufige Likert-Skala mit „1= so schlecht wie es sein könnte“). Zudem litten 42,8% bereits seit über fünf Jahren unter den Beschwerden. Der Prä-Post-Vergleich zeigt eine signifikante Verbesserung der Symptomintensität (M_diff=-1,81; t(74)=-8,73; p<.001), der Alltagsaktivität (M_diff=1,97; t(72)=7.82; p<.001) und des allgemeinen Wohlbefindens (M_diff=-1,11; t(80)=-6.45; p<.001).
Diskussion: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Einsatz von TCM in einer allgemeinmedizinischen HSA für ein unselektiertes Patientenkollektiv im Rahmen der Primärversorgung eine effektive Behandlungsoption darstellen könnte. Ein Bias aufgrund der Rücklaufquote ist zu bedenken.
Take Home Message für die Praxis: Akupunktur und TCM haben das Potential im Versorgungsalltag zu relevanten Verbesserungen von Symptomlast, Alltagsaktivität und Wohlbefinden beizutragen.
Interessenkonflikte: Keine



