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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Nachhaltigkeit in Leitlinien
Text
Hintergrund: Zunehmend setzen sich Leitliniengruppen mit dem Thema Klima, Planetary Health bzw. Nachhaltigkeit auseinander. Dies reicht von thematischen Leitlinien bis hin zu Klimafakten bei ausgewählten Empfehlungen.
Zielsetzung/Fragestellung: Die AG Planetary Health und Leitlinien der AWMF ging der Frage nach, wie das Thema in den Leitlinien der AWMF gesehen und eingeschätzt wird. Ziel der Umfrage war es, den Stand des Interesses an diesem Thema festzustellen.
Material & Methoden: Die Umfrage wurde im Herbst 2025 erstellt, ein Pre-Test fand in der AG Planetary Health und Leitlinien statt. Ende 2025 wurden die Geschäftsstellen der Fachgesellschaften der AWMF angeschrieben, mit der Bitte den Link der Umfrage an die Koordinator:innen der eigenen Leitlinien weiterzugeben. Die Umfrage fand anonymisiert statt und umfasste 17 Fragen aus den Bereichen Demographie, Bildungsabschluss, Tätigkeitsbereich und Einstellungen zum Thema Health.
Ergebnisse: Insgesamt nahmen 164 Leitlinienkoordinierende bzw. Leitlinienerstellende an der Umfrage teil, wovon 46% männlich waren. Vor allem die Altersgruppen zw. 36 und 65 Jahren (67,7%) waren vertreten. Über 50% (51,8%) der Teilnehmenden sind an Universitätskliniken, Lehrkrankenhäusern und im niedergelassenen Bereich tätig. Ärztlich Tätige und Gesundheitswissenschaftler machen fast 2/3 (65,8%) der Befragten aus. Mehr als 35 verschiedene Fachgesellschaften nahmen an der Umfrage teil. Insgesamt halten ein Drittel (34,2%) der Befragten das Gesundheitswesen für einen relevanten Faktor hinsichtlich der gesamten CO2 Emission. Mehrheitlich (59,6%) wird ein „nutri-score“ ähnliches Instrument zur Einstufung der Umweltfreundlichkeit von diagnostischen und/oder therapeutischen Maßnahmen begrüßt, aber so ein Instrument in die Behandlung der Patient:innen einzubeziehen, lehnen 36,6% der Befragten ab.
Mehr als die Hälfte (51,8%) wünschen sich umweltfreundliche Alternativen im klinischen Bereich/Gesundheitswesen, 42,7% wünschen sich mehr Informationen über die CO2-Emissionen des deutschen Gesundheitswesens und 22,6% wären bereit, z.B. mehr in die Krankenversicherung zu zahlen, um umweltfreundliche Alternativen zu unterstützen.
Diskussion: Diese Ergebnisse sind wichtige Anhaltspunkte zur weiteren Arbeit mit und in den Leitliniengruppen zur Sensibilisierung und um auf Einflussmöglichkeiten oder Hilfestellung bei der Kommunikation von Klimathemen zu fokussieren.
Take Home Message für die Praxis: Nachhaltigkeit in Leitlinien ist wichtig und sollte mit Vernunft und Augenmaß an die Leitliniengruppen herangetragen werden.
Interessenkonflikte: Keine



