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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Bedeutung des UACR-Screenings bei CKD-Risikopatienten

Petra Sandow - Hausarztpraxis Dr. Sandow, Deutschland
Fenja Krohn - Gesellschaft für Besondere Versorgung, Ambulantisierung und Netzwerke, Deutschland
Markus Tölle - Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig, Klinik für Innere Medizin, Bad Belzig, Deutschland

Text

Hintergrund: Zur Früherkennung einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) bei Risikopatienten mit Grunderkrankungen Diabetes, Hypertonie oder kardiovaskulären Erkrankungen empfehlen die Leitlinien eine Bestimmung von eGFR und UACR, letztere wird aktuell bei weniger als 1% der hausärztlichen Patienten umgesetzt.

Zielsetzung/Fragestellung: Eine Datenanalyse aus 63 hausärztlichen Praxen in Berlin/Brandenburg untersuchte die Bedeutung einer routinehaften UACR-Bestimmung mittels Teststreifen.

Material & Methoden: Bei 3.316 identifizierten Risikopatienten war im Zeitraum 8–11/2025 sowohl eine eGFR-Messung als auch UACR-Messung mittels Teststreifen dokumentiert. Bei auffälligem Ergebnis erfolgte eine Wiederholung des Tests ebenfalls mittels Teststreifen durchschnittlich nach 3,2 Monaten.

Ergebnisse: Bei 84% der Patienten lagen 2 oder 3 der o.g. Grunderkrankungen vor, das Geschlechterverhältnis w/m betrug 48/52%. Die Altersverteilung zeigte einen Anteil von 13% der bis 54-Jährigen, 30% waren zwischen 55 und 64 Jahre alt, 39% 65–74 Jahre und 18% 75–79 Jahre. Bei 83% der Patienten lag eine normale eGFR ≥ 60 ml/min/1,73 m² vor, davon wiesen in der Erstbestimmung 42% einen erhöhten UACR-Wert zwischen 30 und 300 mg/g und 4% einen über 300 mg/g auf – eine Auffälligkeit und Verdachtsdiagnose CKD bei 1.251 Patienten. Bei der Wiederholung wiesen 66% weiterhin einen erhöhten UACR-Wert auf (58% zwischen 30 und 300 mg/g und 8% über 300 mg/g), bei initialem UACR-Wert über 300 mg/g waren es 82%. Bei 30%, knapp der Hälfte, führte dies zu einer ICD-Kodierung einer CKD-Diagnose.

Diskussion: Der hohe Anteil von Risikopatienten mit unauffälligem eGFR-Wert aber erhöhten UACR-Werten unterstreicht die Bedeutung der UACR-Messung in der CKD-Früherkennung. Die Autoren regen an, gegebenenfalls eine UACR-Laboruntersuchung durchzuführen, um die Ergebnisse der Teststreifen und die Diagnose abzusichern.

Take Home Message für die Praxis: Die 2-fache UACR-Bestimmung mittels Teststreifen bietet eine niedrigschwellige, kostengünstige Intervention zur zeitnahen Ersteinschätzung einer CKD bei risikobehafteten Grunderkrankungen. Der hohe Anteil von Risikopatienten mit unauffälligem eGFR-Wert aber erhöhten UACR-Werten unterstreicht die Bedeutung der UACR-Messung in der CKD-Früherkennung.

Interessenkonflikte: Fr. Dr. Sandow erhielt ein Honorar für die Dokumentation von Patienten, die AGBAN für die Untersuchungsleitung und Prof. Tölle für einen begleitenden Vortrag. Die Studie wurde unterstützt von der AstraZeneca GmbH, Hamburg.