20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
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Evaluation der Präp AG an der MHB – Kompetenzgewinn durch partizipative Anatomielehre
Text
Einleitung: Die makroskopische Anatomie ist das Fundament klinischen Handelns [1]. Trotz digitaler Innovationen stellt die Arbeit am Präparat für damit einhergehende ethische und moralische Fragestellungen sowie das Verständnis räumlicher Relationen eine wichtige Säule dar [2]. An der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) wurde die Präp AG etabliert – ein Format mit aktiver Beteiligung von Studierenden, um über das reguläre Curriculum hinaus anatomische Konzepte haptisch und topografisch zu vertiefen.
Methodik: In einer Querschnittsstudie wurden Studierende der MHB mittels Online-Fragebögen zur Nutzung der AG sowie zum subjektiven Zuwachs an Wissen und praktischen Fertigkeiten befragt. Ein Fokus lag auf der Evaluation des Lernumfelds, das durch die Zusammenarbeit von Lehrenden und Studierenden geprägt ist. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer und quantitativer Methoden.
Ergebnisse: Die Daten belegen eine hohe Akzeptanz des Formats, 61% der Befragten haben bereits am Präpariertag/-kurs teilgenommen. 78% der Teilnehmenden berichten von einem signifikanten Zuwachs an Sicherheit hinsichtlich der Gewebedifferenzierung und manueller Fertigkeiten (z.B. Präparationstechnik). Das hybride Modell aus Supervision und studentischer Eigenverantwortung wird als besonders lernförderlich bewertet. So geben 81% der Teilnehmenden an, dass Sie mithilfe der Präp AG anatomische Fragestellungen/Probleme aufklären konnten.
Diskussion: Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der praktischen Anatomielehre für die „Professional Hand“ [3]. Die studentisch organisierte AG ermöglicht eine Intensivierung der Lehre, die über rein kognitive Wissensvermittlung hinausgeht und klinisch-praktische Basiskompetenzen festigt, welche im Standardcurriculum oft zeitlich begrenzt sind.
Schlussfolgerung: Partizipative Modelle wie die Präp AG sind eine sinnvolle Ergänzung der medizinischen Lehre. Sie fördern die feinmotorische Ausbildung und sollten als fester Bestandteil moderner Anatomiekonzepte zur Sicherung der chirurgischen und klinischen Nachwuchsqualität integriert werden.
Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
References
[1] Ten Cate O, Durning S. Peer teaching in medical education: twelve reasons to move from theory to practice. Med Teach. 2007;29(6):591-599. DOI: 10.1080/01421590701606799[2] Böckers A, Jerg-Bretzke L, Lamp C, Brinkmann A, Traue HC, Böckers TM. The gross anatomy course: an analysis of its importance. Anat Sci Educ. 2010;3(1):3-11. DOI: 10.1002/ase.124
[3] Preece D, Williams SB, Lam R, Weller R. "Let's get physical": advantages of a physical model over 3D computer models and textbooks in learning imaging anatomy. Anat Sci Educ. 2013;6(4):216-224. DOI: 10.1002/ase.1345



