20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
Rundum vorbereitet: Virtuelle OP-Einführung mit 360°-Panoramen
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Hintergrund: Wiederholte Rückmeldungen von Studierenden weisen auf einen hohen Bedarf an praxisorientierten Trainingsformaten und sicheren Übungsmöglichkeiten im klinischen Umfeld hin. Der frühzeitige Zugang in klinische Bereiche wie dem Operationssaal ist aus organisatorischen, betrieblichen und ressourcenbedingten Gründen häufig nur eingeschränkt möglich. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Projekts virTUos (virtuelles Lehren und Lernen an der TU Dresden im Open-Source-Kontext) in interprofessioneller Zusammenarbeit zwischen Medizin und Informatik im Medizinischen Interprofessionellen Trainingszentrum (MITZ) eine Virtual-Reality-(VR)-basierte Anwendung entwickelt. Ziel der Arbeit war es, zu untersuchen, ob die VR-Anwendung von der Zielgruppe als benutzerfreundlich und attraktiv wahrgenommen wird.
Methoden: Die VR-Anwendung basiert auf statischen 360°-Aufnahmen aus verschiedenen Positionen innerhalb des Operationssaals. Die Entwicklung der Anwendung erfolgt in der Spiele-Engine Unity und durch die Nutzung von OpenXR ist diese mit unterschiedlichen VR-Headsets kompatibel. Die Umsetzung als Standalone-Lösung ermöglicht einen ortsunabhängigen Einsatz.
Die Anwendung ermöglicht die eigenständige Erkundung grundlegender Aspekte des OP-Saals, darunter Einschleusprozess, Hygienemaßnahmen, Rollenverteilung und medizinische Geräte. Die Wissensvermittlung erfolgt über Erklärtexte, Videos und Bilder. Die Anwendung ist sowohl für Medizinstudierende als auch für Auszubildende medizinischer Fachberufe (z. B. OTA, ATA) geeignet.
Die Evaluation der Anwendung umfasste die Benutzerfreundlichkeit, erfasst mithilfe der validierten System Usability Scale (SUS), sowie die wahrgenommene Akzeptanz, Attraktivität und eine Gesamtnote. Attraktivität und Gesamtnote wurden mittels einer Likert-Skala erhoben, ergänzt durch qualitative Freitextantworten, die explorativ ausgewertet wurden.
Ergebnisse: Die VR-Anwendung wurde von Medizinstudierenden sowie Auszubildenden medizinischer Fachberufe evaluiert (n=51). Positiv bewertet wurden insbesondere die fotorealistische Darstellung und die Qualität der dargestellten Wissensinhalte. Die Anwendung wurde mit einer durchschnittlichen Gesamtnote von 1,7 bewertet. Der SUS-Score für die Anwendung beträgt 83. Dieser Score ordnet sich im hohen akzeptablen Bereich ein. Entsprechend der adjektiven Bewertungsskala ist er gut.
Interpretation und Ausblick: Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial VR-gestützter Trainingsformate zur Ergänzung der Lehre, insbesondere bei eingeschränkten Möglichkeiten der Vor-Ort-Lehre.
Der VR-OP-Saal soll künftig an weitere Standorte und Fachbereiche disseminiert werden. Geplant sind zudem eine Veröffentlichung als Open Educational Resource auf Twillo sowie die Bereitstellung einer Template-Version auf GitHub.
Anmerkung: Dieses Projekt wurde im Rahmen des von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Projekts virTUos (virtuelles Lehren und Lernen an der TU Dresden im Open-Source-Kontext) entwickelt.
Interessenkonflikte: Die Autorinnen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.



