German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Zeitoptimierte versus dosisoptimierte Ganzkörper-CT bei Polytrauma: Eine vergleichende Analyse der diagnostischen Leistungsfähigkeit und klinischen Outcomes
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Zielsetzung und Fragestellung: Ziel der Studie war der Vergleich dosisoptimierter und zeitoptimierter CT-Protokolle bei Polytraumapatient:innen mit abdominellen Verletzungen. Untersucht wurde, ob armpositionsbedingte Artefakte zu Unterschieden in diagnostischer Leistungsfähigkeit, Verletzungsgraduierung, abdomineller Morbidität, operativem Management oder klinischen Outcomes führen.
Material und Methoden: Aus einem prospektiven Traumaregister wurden konsekutive Polytraumapatient:innen mit abdomineller Beteiligung identifiziert. Erfasst wurden Verletzungen solider Organe, Hohlorgan-, mesenteriale und retroperitoneale Traumata, Ductus-thoracicus-Verletzungen, intraperitoneale Befunde sowie multikompartimentelle Verletzungen. Die Verletzungsschwere wurde anhand CT-basierter Parenchymscores und der AAST-Klassifikationen für Leber und Milz beurteilt; bei operativer Therapie erfolgte eine Ergänzung durch intraoperatives Moore- und AAST-Grading. Verglichen wurden abdominelle Komplikationen, Reoperationen, chirurgische Eingriffe, Transfusionsbedarf, Intensiv- und Intermediate-Care-Aufenthalt, infektiöse Komplikationen, Verweildauer und Mortalität. Für alle Endpunkte wurden mittlere Differenzen mit 95%-Konfidenzintervallen und P-Werten berechnet.
Ergebnisse: Es wurden 290 Polytraumata ausgewertet. Für Verletzungen solider Organe zeigten sich keine Unterschiede: Milzverletzung (P = 0,84), Leberverletzung (P = 0,20) und Parenchymverletzung (P = 0,19). Ebenso ergaben sich keine Unterschiede in der Verletzungsgraduierung: AAST-Leber (P = 0,17) und AAST-Milz (P = 0,62). Hinsichtlich mesenterialer, retroperitonealer und Hohlorganverletzungen fanden sich keine Unterschiede: mesenteriale Verletzung (P = 0,18), Hohlorganverletzung (P = 0,67), retroperitoneale Verletzung (P = 0,98), Pankreasverletzung (P = 0,95) sowie Befunde der Bauchhöhle (P = 0,24). Für abdominelle Komplikationen zeigten sich ebenfalls keine Unterschiede: gastrointestinale Komplikationen (P = 0,64) und Peritonitis (P = 0,30). Es fanden sich keine Unterschiede im operativen Management oder im Transfusionsbedarf: abdominelle Chirurgie (P = 0,61) und Fresh-Frozen-Plasma-Transfusion (P = 0,51). Hinsichtlich kritischer Versorgung und Aufenthaltsdauer bestanden keine Unterschiede: ICU/Intensivstation (P = 0,45) und Intermediate Care (P = 0,57). Schließlich zeigten sich keine Unterschiede bei infektiösen Komplikationen und Mortalität: Pneumonierate (P = 0,56), Sepsisrate (P = 0,76) und Mortalität (P = 0,49).
Diskussion und Schlussfolgerung: Dosis- und zeitoptimierte CT-Protokolle zeigten eine gleichwertige Detektion und Graduierung abdomineller Verletzungen sowie vergleichbare abdominelle Morbidität und klinische Outcomes. In einem hochvolumigen Traumasystem mit moderner Multidetektor-CT führten zeitoptimierte Protokolle zu keinen messbaren diagnostischen oder klinischen Nachteilen.



