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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Zeitoptimierte versus dosisoptimierte Ganzkörper-CT bei Polytrauma: Eine vergleichende Analyse der diagnostischen Leistungsfähigkeit und klinischen Outcomes

Christian Fischer - Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, BG Klinik Bergmannstrost gGmbH Halle (Saale), Halle, Deutschland
Filippo Migliorini - Department of Orthopaedic and Trauma Surgery, Academic Hospital of Bolzano (SABES-ASDAA), Bolzano, Italy, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Halle, Deutschland
Philipp Kobbe - Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, BG Klinik Bergmannstrost gGmbH Halle (Saale), Halle, Deutschland
Stefan Fabig - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, BG Klinik Bergmannstrost gGmbH Halle (Saale), Halle, Deutschland
Thomas Mendel - Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, BG Klinik Bergmannstrost gGmbH Halle (Saale), Halle, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Ziel der Studie war der Vergleich dosisoptimierter und zeitoptimierter CT-Protokolle bei Polytraumapatient:innen mit abdominellen Verletzungen. Untersucht wurde, ob armpositionsbedingte Artefakte zu Unterschieden in diagnostischer Leistungsfähigkeit, Verletzungsgraduierung, abdomineller Morbidität, operativem Management oder klinischen Outcomes führen.

Material und Methoden: Aus einem prospektiven Traumaregister wurden konsekutive Polytraumapatient:innen mit abdomineller Beteiligung identifiziert. Erfasst wurden Verletzungen solider Organe, Hohlorgan-, mesenteriale und retroperitoneale Traumata, Ductus-thoracicus-Verletzungen, intraperitoneale Befunde sowie multikompartimentelle Verletzungen. Die Verletzungsschwere wurde anhand CT-basierter Parenchymscores und der AAST-Klassifikationen für Leber und Milz beurteilt; bei operativer Therapie erfolgte eine Ergänzung durch intraoperatives Moore- und AAST-Grading. Verglichen wurden abdominelle Komplikationen, Reoperationen, chirurgische Eingriffe, Transfusionsbedarf, Intensiv- und Intermediate-Care-Aufenthalt, infektiöse Komplikationen, Verweildauer und Mortalität. Für alle Endpunkte wurden mittlere Differenzen mit 95%-Konfidenzintervallen und P-Werten berechnet.

Ergebnisse: Es wurden 290 Polytraumata ausgewertet. Für Verletzungen solider Organe zeigten sich keine Unterschiede: Milzverletzung (P = 0,84), Leberverletzung (P = 0,20) und Parenchymverletzung (P = 0,19). Ebenso ergaben sich keine Unterschiede in der Verletzungsgraduierung: AAST-Leber (P = 0,17) und AAST-Milz (P = 0,62). Hinsichtlich mesenterialer, retroperitonealer und Hohlorganverletzungen fanden sich keine Unterschiede: mesenteriale Verletzung (P = 0,18), Hohlorganverletzung (P = 0,67), retroperitoneale Verletzung (P = 0,98), Pankreasverletzung (P = 0,95) sowie Befunde der Bauchhöhle (P = 0,24). Für abdominelle Komplikationen zeigten sich ebenfalls keine Unterschiede: gastrointestinale Komplikationen (P = 0,64) und Peritonitis (P = 0,30). Es fanden sich keine Unterschiede im operativen Management oder im Transfusionsbedarf: abdominelle Chirurgie (P = 0,61) und Fresh-Frozen-Plasma-Transfusion (P = 0,51). Hinsichtlich kritischer Versorgung und Aufenthaltsdauer bestanden keine Unterschiede: ICU/Intensivstation (P = 0,45) und Intermediate Care (P = 0,57). Schließlich zeigten sich keine Unterschiede bei infektiösen Komplikationen und Mortalität: Pneumonierate (P = 0,56), Sepsisrate (P = 0,76) und Mortalität (P = 0,49).

Diskussion und Schlussfolgerung: Dosis- und zeitoptimierte CT-Protokolle zeigten eine gleichwertige Detektion und Graduierung abdomineller Verletzungen sowie vergleichbare abdominelle Morbidität und klinische Outcomes. In einem hochvolumigen Traumasystem mit moderner Multidetektor-CT führten zeitoptimierte Protokolle zu keinen messbaren diagnostischen oder klinischen Nachteilen.