German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Kostendeckung der stationären Versorgung ukrainischer Kriegsverletzter in Deutschland: Kosten-Erlös-Analyse eines Maximalversorgers
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Zielsetzung und Fragestellung: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Deutschland eine zentrale Rolle in der medizinischen Versorgung verwundeter ukrainischer Soldaten übernommen. Im Rahmen internationaler Kooperationen, insbesondere über das Kleeblattsystem die NATO und die EU, wurden zahlreiche verletzte Soldaten zur Weiterbehandlung nach Deutschland verlegt. Bis März 2024 wurdenin deutschen Krankenhäusern 692 Soldaten behandelt. Die Behandlung erfolgt im Rahmen humanitärer Unterstützung und stellt Krankenhäuser vor organisatorische und ökonomische Herausforderungen. Ziel dieser Studie ist die Analyse der für Krankenhäuser entstehenden Kosten am Beispiel eines überregionalen Traumazentrums im Zeitraum von 2022 bis 2024.
Material und Methoden: Retrospektive Auswertung aller in unserem Krankenhaus behandelten ukrainischen Soldaten zwischen 2022 und 2024. Erfasst wurden u.a. Fallzahl, Liegedauer, operativer Aufwand sowie pflegerische Ressourcen. Den entstandenen Behandlungskosten wurden die erzielten Erlöse gegenübergestellt, um das wirtschaftliche Ergebnis zu bestimmen.
Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum wurden insgesamt 25 ukrainische Soldaten stationär behandelt. Die Versorgung war häufig durch komplexe Verletzungsmuster mit hohem operativem Aufwand sowie verlängerte Liegezeiten gekennzeichnet. Insbesondere die lange stationäre Verweildauer und der damit verbundene erhöhte pflegerische Aufwand führten zu signifikanten Mehrkosten. Auch die Anzahl und Komplexität der operativen Eingriffe trugen wesentlich zur Kostensteigerung bei. Insgesamt entstand dem Krankenhaus Kosten von 2,3 Millionen Euro bei Erlösen von 2,2 Millionen, was ein Defizit von rund 108.000 € ergibt.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Behandlung ukrainischer Soldaten in deutschen Krankenhäusern ist medizinisch und humanitär geboten, führt jedoch zu relevanten finanziellen Belastungen für die Einrichtungen. Insbesondere verlängerte Liegezeiten, hoher pflegerischer Aufwand sowie spezielle antibiotische Therapien und komplexe operative Eingriffe beeinflussen die Wirtschaftlichkeit negativ. Für eine nachhaltige Sicherstellung der Versorgung sind angepasste Refinanzierungsmodelle und strukturelle Unterstützungsmaßnahmen erforderlich.



