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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Morphometrische Analyse der proximalen Ulna auf Höhe der Tuberositas radii: Etablierung CT-basierter anatomischer Referenzwerte

Axel Przyklenk - Orthopädische Chirurgie München (OCM), München, Deutschland
Lars P. Müller - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Helena Gelzer - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Valentin Rausch - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Andreas Harbrecht - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Tim Leschinger - Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastisch-Ästhetische Chirurgie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Michael Hackl - Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum (OUZ), Uniklinik Mannheim, Mannheim, Deutschland
Kilian Wegmann - Orthopädische Chirurgie München (OCM), München, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Morphologie der proximalen Ulna auf Höhe Tuberositas radii spielt möglicherweise eine biomechanisch relevante Rolle für die Kinematik der distalen Bizepssehne (DBS), ist jedoch bislang nur unzureichend charakterisiert. Ziel dieser Studie war es, CT-basierte morphometrische Referenzwerte der ulnaren Oberfläche angrenzend an die radiale Tuberositas (engl. „supinator fossa“ [SF]) zu erheben und damit anatomische Grundlagen im Kontext der DBS-Pathologie zu schaffen.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Analyse wurden 317 Ellenbogen-CT-Untersuchungen erwachsener Personen ohne bekannte Pathologien der distalen Bizepssehne ausgewertet. Standardisierte multiplanare Rekonstruktionen ermöglichten eine konsistente Ausrichtung anatomischer Ebenen. An drei definierten Messpunkten entlang der Ulna von proximal nach distal (P1–P3), die in der axialen Ebene gegenüber der radialen Tuberositas lagen, wurden ulnare Querschnittsdurchmesser, Oberflächenwinkel der SF sowie die Konturform (konkav, planar, konvex) bestimmt. Geschlechtsunterschiede und Korrelationen zwischen den morphometrischen Parametern wurden mittels nichtparametrischer Tests analysiert.

Ergebnisse: Von P1 nach P3 zeigte sich eine signifikante Zunahme der Konvexität der SF bei gleichzeitiger Abnahme der ulnaren Querschnittsdurchmesser (p < 0,001). Männer wiesen über alle Messpunkte hinweg größere ulnare Durchmesser auf (p < 0,001), während sich die Winkelparameter zwischen den Geschlechtern nur geringfügig unterschieden. Zwischen Alter und morphometrischen Parametern bestanden keine signifikanten Korrelationen. Die ulnare Oberflächenform wechselte von proximale nach distal bei beiden Geschlechtern von überwiegend konkav zu konvex.

Diskussion und Schlussfolgerung: Diese Studie etabliert normative CT-basierte Referenzwerte der proximalen Ulna auf Höhe der Tuberositas radii. Die progressive distale Zunahme der Konvexität der „supinator fossa“ könnte zu einer funktionellen Einengung des radioulnaren Korridors beitragen und die Mechanik der distalen Bizepssehne beeinflussen.